Beamtenbund dbb sieht wachsende Fachkräftelücke im öffentlichen Dienst
Seit Jahren fehlen in Schulen oder Behörden Fachkräfte. Die Lücke werde immer größer, sagt der Beamtenbund dbb. Belastungsgrenzen würden regelmäßig überschritten - die Politik erarbeite aber nur zögerlich Lösungen.

Stand: 11.01.2026 13:25 Uhr
Seit Jahren fehlen in Schulen oder Behörden Fachkräfte. Die Lücke werde immer größer, sagt der Beamtenbund dbb. Belastungsgrenzen würden regelmäßig überschritten - die Politik erarbeite aber "nur zögerlich Lösungen".
Die Zahl der Fachkräfte im öffentlichen Dienst ist nach Angaben des Beamtenbunds dbb innerhalb eines Jahres um rund 30.000 Beschäftigte gesunken.Den Zahlen der Gewerkschaft zufolge fehlen etwa 600.000 Beschäftigte. Das geht aus dem Monitor öffentlicher Dienst 2026 des dbb hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Dabei rechnet der dbb die Zahl der Beschäftigten, die absehbar in den Ruhestand gehen, und die erwartbaren Neueinstellungen gegeneinander. Auch eine wachsende Aufgabenfülle für die Beschäftigten bezieht die Gewerkschaft ein. Dafür verantwortlich seien etwa neue Gesetze mit neuen Regeln oder Leistungen. Belastungsgrenzen würden regelmäßig überschritten, etwa bei der Polizei, in Kindergärten, in der Pflege oder in den Jobcentern.
Ministerium: Viele Fachkräfte gehen in Rente
Auch das Bundesinnenministerium erkennt den Nachwuchsmangel als ein Problem. Die Beschäftigten würden im Durchschnitt älter und gingen in den kommenden zehn Jahren in größerer Zahl in den Ruhestand, zitiert die dpa das Ministerium. Mit der Privatwirtschaft stehe man in zunehmender Konkurrenz. Derzeit würden "Maßnahmen zur Demografiesicherung" erarbeitet.
dbb-Chef Volker Geyer ist skeptisch: "Dass die Politik in dieser Situation nur zögerlich Lösungen erarbeitet, lässt Bürgerinnen und Bürger an der Handlungsfähigkeit des Staates generell zweifeln."