Bundle-Verdoppelung in sieben Jahren: macOS wird immer größer
Apple rühmte sich einst, mit macOS ein schlankes Betriebssystem anzubieten. Doch auch hier gibt es mittlerweile so etwas wie „Bloat“.
macOS wird komplexer und undurchsichtiger: Apple packt immer mehr öffentliche und private Frameworks und andere Bundles ins System. Entwickler und Mac & i-Autor Howard Oakley hat in seinem Blog nun verschiedene Versionen des Betriebssystems miteinander verglichen und macht den „Bloat“ damit deutlich.
Wachstum bei Apples privaten Paketen
In macOS Mojave (10.14) von 2018 steckten so in /System/Library, dem zentralen Systemordner mit allen notwendigen Frameworks, noch knapp 4800 Bundles. Mit macOS 26.2, das im Dezember erschienen war, wächst die Anzahl auf über 9800. Dabei lag das Wachstum besonders bei privaten Frameworks, die offiziell nur Apple zur Verfügung stehen – allerdings kommt es vor, dass Entwickler sich dieser dennoch bedienen. Schlimmstenfalls kann das schwere Probleme verursachen, wenn Apple (natürlich undokumentierte) Änderungen vornimmt.
Während es jetzt 853 öffentliche Frameworks gibt (von einst 546), ging es bei privaten Frameworks von unter 2000 auf über 4000 hoch. Die Kernel-Erweiterungen legten von 546 auf 853 zu, die Zahl sonstiger Ordner von 2000 auf 3200. Einer der Gründe sind Anpassungen an unterschiedliche Chips. So wuchs die Bundle-Anzahl insgesamt bei Einführung des M3 um 900, beim M1 um 600 und beim M4 erneut um 600.
Neidische Entwickler
Halbiert man die gefundene Anzahl – was aufgrund des von Oakley verwendeten Directory-App-Crawlers sinnvoll sein kann – bleibt es dennoch bei besagten Wachstumszahlen. Insgesamt legten dann öffentliche Frameworks um 157 Prozent und private Frameworks um 276 Prozent zu. Mittlerweile macht es Apple Entwicklern und deren Apps schwieriger, die Inhalte privater Frameworks direkt auszulesen. Versuchen Devs dies doch, dürfte ihre Anwendung nicht zugelassen werden. Wann private Frameworks für alle Entwickler geöffnet werden, bestimmt allein Apple.
Wer auf dem Mac programmiert und weiß, dass Apples eigene Apps bereits Dinge dürfen, die regulär nicht erlaubt sind, ärgert sich. Manche Bundles sind auch aus Sicherheitsgründen privat – manchmal kann dies, meinen Kritiker, aber auch vorgeschoben sein.
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(bsc)