CES: Bosch: KI für Fahrzeuge, Industrie und Konsumtechnik
Bosch zeigt auf der CES 2026 KI-Anwendungen für Fahrzeuge, Fabriken und Alltagsgeräte. Bis Ende 2027 will das Unternehmen 2,5 Milliarden Euro in KI investieren.
Die Bosch-Gruppe zeigt sich auf der CES 2026 als global agierendes KI-Unternehmen. Weit weg ist man in Las Vegas von der historischen Krise der deutschen Automobilbranche: Bis 2030 will Bosch in Deutschland 22.000 von insgesamt 68.000 Stellen abbauen.
Bosch sieht Software als unsichtbaren Motor des Fortschritts in einer digitalen Welt und stellt künstliche Intelligenz als Bindeglied zwischen Software und Hardware in den Mittelpunkt seines CES-Auftritts. „Mit unserer langjährigen Expertise in Hard- und Software überbrücken wir die Grenze zwischen dem Physischen und dem Digitalen“, sagte die Geschäftsführerin der Robert Bosch GmbH, Tanja Rückert.
KI sei integraler Bestandteil eingebetteter Systeme in Fahrzeugen, Fabriken und Alltagsgeräten, und Bosch könne beides: Hardware und Software. Bis 2030 erwartet das Unternehmen einen Umsatz mit Software und Services von über sechs Milliarden Euro, zwei Drittel davon im Geschäftsbereich Mobility. Zum Vergleich: Der Bosch-Umsatz für das Geschäftsjahr 2024 betrug rund 90 Milliarden Euro.
KI-Cockpit mit Sprach- und Bildverarbeitung
Der KI-Fokus zeigt sich in den Produktankündigungen auf der CES, allen voran im Segment Sicherheit und Komfort hinter dem Lenkrad. Im Fahrzeugcockpit kombiniert Bosch einen KI-Chatbot mit einem visuellen Sprachmodell. Das System kann gesprochene Anfragen kontextbezogen interpretieren und gleichzeitig Innen- und Außenumgebung analysieren.
So soll es bei Ankunft am Zielort bei der Suche nach einem Parkplatz helfen oder Besprechungsprotokolle für Online-Meetings erstellen. Die KI lässt sich personalisieren und nachträglich per Software‑Update erweitern.
Das KI-basierte Cockpit von Bosch soll sich hochgradig personalisieren lassen und über Sprachmodelle mit dem Fahrer kommunizieren.
(Bild: Bosch)
KI für Fahrdynamik und gegen Reiseübelkeit
Bosch setzt KI auch in der Fahrdynamik-Software „Vehicle Motion Management“ ein. Sie wertet Sensordaten aus und steuert Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk. Mit Vehicle Motion Management sollen sich Rollbewegungen in Kurven oder Nickbewegungen beim Anhalten im Stop-and-Go-Verkehr reduzieren lassen, was Reiseübelkeit reduziert. Diese KI-gestützte Regelung gilt als Baustein für die Akzeptanz von automatisiertem und softwaredefiniertem Fahren.
Sensorik mit integrierter KI
Bosch hat mehrere KI-Ansätze auf Sensorebene vorgestellt. Dazu gehört eine Radarplattform, bei der KI-Algorithmen helfen, Objekte in komplexen Verkehrssituationen zu klassifizieren. Die KI-MEMS-Sensorplattform BMI5 erfasst Bewegungen, Lage und Kontextinformationen für AR/VR-Anwendungen oder für mobile und humanoide Roboter.
Vernetzte Fertigung in Kooperation mit Microsoft
Für industrielle Anwendungen erweitert Bosch gemeinsam mit Microsoft das Angebot „Manufacturing Co-Intelligence“. Agentische KI-Systeme analysieren große Datenmengen etwa aus Produktion, Wartung und Lieferketten, um autonome Entscheidungen zu treffen und Aufgaben auszuführen. Die KI kann Abweichungen erkennen, Handlungsempfehlungen ableiten und in definierten Grenzen eigenständig Maßnahmen auslösen, um Stillstände zu reduzieren oder Prozesse zu optimieren.
Digitale Identität gegen Produktfälschungen
Die Software „Origify“ nutzt KI‑gestützte Oberflächenanalyse, um physische Produkte anhand ihrer individuellen Materialstruktur auf Echtheit zu prüfen. Statt über Chips oder Codes analysiert Origify die nicht kopierbaren Oberflächeneigenschaften eines Produkts und weist ihm so eine digitale Identität zu.
Origify analysiert die Oberfläche von Produkten und überprüft sie damit auf Echtheit.
(Bild: heise medien / André Kramer)
Investitionen und Ausblick
Bosch plant, bis Ende 2027 mehr als 2,5 Milliarden Euro in KI zu investieren. Der Konzern erwartet, dass KI-Software einen wachsenden Anteil am Umsatz ausmachen wird, insbesondere in den Bereichen Mobilität und Industrie.
heise online ist Medienpartner der CES 2026.
(akr)

