CES: Here Technologies: Software für Navigation, ADAS und autonomes Fahren
Der Gedodatenanbieter Here Technologies zeigt auf der CES 2026 KI-gestützte Software für Live-Karten, autonomes Fahren und Fahrassistenzsysteme.
Das Unternehmen Here Technologies mit Sitz in den Niederlanden hat neue Technik für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV) vorgestellt, die Navigation, Fahrerassistenzsysteme (ADAS), Navigation on Autopilot (NOA) und automatisiertes Fahren zusammenführen soll.
Einheitliche Karten- und Softwarebasis für SDV
Die Here-Software kombiniert dafür KI-gestützte Livekarten mit einem SDK für Navigation und ADAS. Ziel sei es, die Komplexität fragmentierter Fahrzeugarchitekturen zu reduzieren, bislang getrennte Systeme zusammenzuführen und den Integrationsaufwand zu senken.
Denn oft wären im Fahrzeug für mehrere Zwecke verschiedene Kartendatenbanken im Einsatz. Dieselbe Kartenbasis dient im Here SDK sowohl der klassischen Navigation als auch grafischen Oberflächen für Fahrerassistenzsysteme. Autohersteller sollen mit der Here-Software Kosten sparen, die Entwicklung beschleunigen, Software vereinfachen und eine kohärente Nutzererfahrung anbieten können.
Die SDV‑Oberfläche von Here zeigt bei Navigation und Fahrerassistenz Fahrspuren, Fahrzeugposition und Umgebungsobjekten.
(Bild: Here Technologies)
Entwicklung in virtueller Umgebung
Für die Entwicklungsphase bietet Here unter anderem den „SDV Accelerator“ in Zusammenarbeit mit AWS an. Digitale Cockpits lassen sich dort in einer virtuellen Umgebung entwerfen und testen. Das schließt auch Simulationen der E-Horizon-Technik, die für vorausschauende Assistenzfunktionen Streckeninformationen über die Reichweite der Fahrzeugsensoren hinaus bereitstellt, und das KI-Werkzeug SceneXtract zum Erzeugen von Testszenarien ein.
Autonome Lenk- und Bremsmanöver wie vom Menschen
Im Fahrzeug kombiniert die SDV-Software Live-Kartendaten, E-Horizon-Technik und das Here-SDK. Das erweiterte SDK unterstützt fahrspurspezifische Routenführung und das Rendering einzelner Spuren. Das Fahrassistenzsystem zeigt das Fahrzeug inklusive Spurvisualisierung und umgebenden Objekten auf der Karte an.
Zur Unterstützung von „Navigation on Autopilot“ und automatisierten Fahrfunktionen führt Here sogenannte „Behavioral Maneuvers” ein, die das Unternehmen auf anonymisierten Daten von Millionen von Fahrzeugen erstellt hat.
Die KI soll beim autonomen Fahren mit gleichmäßigen Lenk- und Bremsmanövern reagieren, die sich weich, natürlich und insgesamt mehr wie von einem Menschen und weniger roboterhaft anfühlen sollen. Das soll das Vertrauen der Fahrer in die Systeme steigern und dafür sorgen, dass sie diese weniger häufig als bisher deaktivieren.

