CES: LG-OLED-TVs: Lichtstark, satte Farben und als Tapete für die Wand
LG präsentiert seine neuen OLED-TV-Modelle, darunter eine neue Variante des 2017 erstmals gezeigten Wallpaper Design.
Das organische Display des neuen TV-Wallpaper W6 hängt wie ein Plakat an der Wand. Es ist neun Millimeter dünn und hat offenbar eine neue Halterung – das erste Modell aus 2017 wurde magnetisch an metallischen Schienen an die Wand geheftet, was zwar hielt, aber für ein 8000-Euro-Gerät doch etwas riskant erschien.
Im Wallpaper W6 steckt ein neues OLED-evo-Panel mit Tandem-Struktur aus zwei blauen, einer grünen und einer roten Leuchtschicht. Panel-Entwickler LG Display nennt die Struktur Primary RGB-Tandem, das Schwesterunternehmen LG Electronics nennt sie „Hyper Radiant Color Technology“. Sie findet sich nun in den aktuellen WOLED-TVs mit evo-Panels der Serien W6, G6 (außer bei den Modellen mit 97 und 48 Zoll) sowie in den 77- und 83-Zöllern der C6-Serie. Die kleineren C6-Modelle und die anderen OLED-TVs aus der B6-Reihe nutzen ein OLED-EX-Panel der dritten Generation, was etwas lichtschwächer ist.
Für die RGB-Tandemstruktur des WOLED hat Panelhersteller LG Display die gelbe Leuchtschicht an der blauen durch rote und grüne ersetzt.
(Bild: LG)
Neue Pixelstruktur in Monitoren
In PC-Monitoren mit OLED-Displays ist LG den nächsten Schritt gegangen und hat die weißen Subpixel im WOLED weggelassen. In den nun Primary RGB Tandem OLED Version 2 genannten Panels liegen rote, grüne und blaue Subpixel in Streifen nebeneinander, so wie man es von LCDs kennt. Davon profitiert die Farbgenauigkeit auch unter Windows.
Die Öffnungsrate und damit die Lichtdurchlässigkeit pro Pixel (Aperture Rate) hat LG Displays gesteigert, im 27-Zoll-Monitor konnte der Hersteller dadurch problemlos acht Millionen Pixel (4K, 3840 × 2160 Pixel) unterbringen. Für TVs nutzt LG Electroncs die neue Pixelstruktur offenbar noch nicht, vielleicht weil hier die einzelnen Pixel ohnehin größer ausfallen, eine größere Fläche leuchten muss und man die einzelnen Pixel aus Wohnzimmerentfernung kaum unterscheiden kann.
Bei Monitoren ist das angesichts des kürzeren Betrachtungsabstands anders. Doch da LG Displays die neue Tandem-RGB-Struktur explizit auch für TVs bewirbt und höhere Leuchtdichten verspricht, dürfte sie in absehbarer Zeit auch in Fernseher kommen.
Heller und weniger Reflexionen
Die OLED-TV-Panels der vierten Generation erzielen besonders satte Farben und hohe Leuchtdichten, ihre Leistungsaufnahme konnte LG dennoch etwas reduzieren. Dank einer neuen Beschichtung sollen die evo-Panels das Umgebungslicht kaum noch reflektieren.
LGs Wallpaper-Fernseher hängt wie eine Tapete an der Wand.
(Bild: LG Electronics)
Geringe Reflexionen sind vor allem wichtig, damit das satte Schwarz der OLED-TVs und damit ihr ausgezeichneter Kontrast erhalten bleibt. So sollen die neuen Displays weniger als 0,24 cd/m2 reflektieren, wenn sie mit bis zu 500 Lux hellen Ringlichtern bestrahlt werden, und dabei auch ihre Farbsättigung behalten.
Das Topmodell Wallpaper W6 wird drahtlos angesteuert und lässt sich so frei im Raum platzieren; einen eigenen Stromanschluss braucht das Wallpaper aber. Alle anderen Anschlüsse liegen in der Zero Connect Box, die bis zu 10 Meter entfernt vom TV-Schirm stehen kann.
Die anderen Modelle aus den Serien G6, C6 und B6 haben ihre Anschlüsse direkt im TV-Gehäuse.
Optimal für Gamer
Alle OLED-TVs von LG können 4K-Inhalte mit 165 Hertz aktualisieren, sie beherrschen variable Refresh-Raten per G-Sync Compatible und FreeSync sowie den latenzarmen Modus ALLM; LG verspricht eine Schallgeschwindigkeit von 0,1 Millisekunden für den Pixelrefresh. Nur das 97-zöllige G6-Modell ist aufgrund von schlechteren Werten nicht ganz so optimal fürs Gaming.
Smarte TVs
Sämtliche TVs nutzen LGs webOS als Betriebssystem, sie halten alle gängigen Streaming-Apps auf ihrem Homescreen bereit und lassen sich mit dem AI Concierge personalisieren. Dann zeigt das TV nur die Inhalte, die der jeweils angemeldete Zuschauer üblicherweise nutzt. Man kann das TV mit der Fernbedienung oder per Sprache steuern, wobei je ein Mikrofon in der Fernbedienung und im TV selbst stecken. Wer die Freisprechfunktion nicht nutzen möchte, kann das Fernfeldmikrofon deaktivieren.
Die webOS-TVs integrieren zudem Googles Gemini und Microsofts Copilot, man kann deshalb Fragen etwa zum laufenden Programm oder dem laufenden Video oder auch allgemeiner Art stellen und die KI sollte diese beantworten. Für den Komfort muss man allerdings einige Daten freigeben. Wer LGs smarte Apps und Funktionen gar nicht nutzen will, kann das Gerät vom Internet trennen und mit Inhalten über HdMI betreiben oder die eingebauten TV-Tuner für lineares Fernsehen nutzen. Sämtliche Komfortfunktionen stehen dann aber ebenso wenig zur Verfügung wie die Mediatheken oder andere Streamingdienste.
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(uk)

