CES: Realbotix: humanoide Roboter mit austauschbarem Design
Realbotix entwickelt möglichst echt wirkende humanoide Roboter mit Sprach- und Bilderkennung. Sie sollen etwa auf Messen oder im Hotel mit Kunden interagieren.
Das Startup Realbotix entwickelt an seinem Sitz in Las Vegas humanoide Roboter für dialogorientierte Anwendungen. Im Jahr 2025 konnte das Unternehmen nur erste Prototypen vorweisen. Auf der CES 2026 stellte Realbotix gleich drei fertige Ganzkörpermodelle vor: Aria, Melody und David.
Sie sollen in den Bereichen „Service“ und „Interaktion“ zum Einsatz kommen. Gemeint sind Messestände, Schulungsumgebungen, Empfangsbereiche von Hotels, Versicherungen oder Einkaufstempeln, aber auch medizinische Anwendungen, sagte Realbotix-CEO Andrew Kiguel im Gespräch mit heise online.
Über KI-Sprachmodelle können sich Nutzer mit den Puppen unterhalten. Die Sprachausgabe ist mit den Bewegungen von Lippen und Kiefer gekoppelt, um das Gesprochene visuell zu begleiten. Stationäre Roboter werden über Netzstrom betrieben, mobile Varianten kommen mit integrierten Akkus für zeitlich begrenzten autonomen Betrieb.
Die Androiden von Realbotix sehen hochwertigen Sexrobotern von RealDoll oder Irontech Doll täuschend ähnlich. Solche Nutzungszwecke wies das Unternehmen aber im Gespräch mit heise online kategorisch zurück.
Zwei verschiedene Basisroboter
Realbotix bietet im Wesentlichen zwei verschiedene Module an: Büsten- und Ganzkörpervarianten in Lebensgröße. Köpfe, Gesichter und Gehäuseteile lassen sich austauschen. Preise für die Büsten beginnen bei 20.000 US-Dollar, für komplette Roboter bei 95.000 US-Dollar.
Einzeln ansteuerbare Aktuatoren bewegen Mund, Augenlider, Augenbrauen und Wangen. Servomotoren mit Positionsrückmeldung steuern Kopfbewegungen sowie Arme und Oberkörper. Laufen können die animierten Puppen nicht.
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Optionale Kameras in den Augen nehmen das Gesichtsfeld der Roboter auf. Software zur Gesichts- und Objekterkennung verarbeitet das Kamerabild. So kann der Roboter Objekte im Blick behalten und über die Pupillen verfolgen können. Mikrofone mit Richtungsfilterung erfassen gesprochene Sprache. Auf der Messe funktionierte die Kommunikation aufgrund des Hintergrundlärms jedoch nur über Handmikrofone.
Eins von drei Realbotix-Modellen für die Interaktion etwa auf Messen oder in Empfangsbereichen heißt David.
(Bild: heise medien / André Kramer)
Individualisierung gegen Aufpreis
Realbotix bietet Erweiterungen gegen Aufpreis an. Die angesprochene Gesichtserkennung ist so ein Extra. Erhältlich sind ferner zusätzliche austauschbare Köpfe, individuell angepasste Stimmen sowie die Einbindung eigener KI‑Modelle der Nutzer.
Auf Wunsch fertigt Realbotix individuelle Charaktere an. Die zusätzlichen Kosten beginnen laut Unternehmen bei 20.000 US‑Dollar, etwa für eigens modellierte Gesichter. Der Grad der Individualisierung reicht von einfachen Änderungen wie einem anderen Hautton bis hin zu vollständig neu gestalteten humanoiden Figuren.
Gegen Aufpreis geht Realbotix detailliert auf Kundenwünsche ein. Diese Cyberpunk-Büste verfolgt Gesprächspartner über Kameras in den Pupillen.
(Bild: heise medien / André Kramer)
Die Roboter nutzen firmeneigene, angepasste KI-Modelle. Weitere Angaben zu den KI-Modellen oder zum Training machte das Unternehmen nicht. Über WLAN verbinden sich die Roboter mit dem Internet. Je nach Anwendung verarbeiten sie die Daten lokal oder in der Cloud. Auch externe KI‑Modelle lassen sich einbinden. etwa über Schnittstellen von OpenAI, Hugging Face oder lokale Installationen wie LM Studio.
Geplantes KI**‑**Abo ohne Roboter
Parallel arbeitet Realbotix an einer eigenständigen KI unabhängig von der Hardware. Nutzer sollen damit KI‑Figuren über ein Abonnement auf beliebigen Geräten verwenden können, ohne einen Roboter zu besitzen.
Die aktuell in den Robotern eingesetzte KI konzentriert sich auf Dialogfunktionen und die Steuerung der mechanischen Komponenten. Gespräche unterstützt das System derzeit ausschließlich auf Englisch. Grund dafür sind laut Realbotix Einschränkungen bei der Lippensynchronisation in anderen Sprachen innerhalb der genutzten Cloud‑Dienste. Das Unternehmen will künftig aber auch andere Sprachen unterstützen.
Steuerung und Konfiguration per App
Über eine mobile App lassen sich Dialoge, Bewegungsprofile und Persönlichkeitsparameter konfigurieren. Dadurch können die Roboter für unterschiedliche Einsatzszenarien angepasst werden.
heise online ist Medienpartner der CES 2026
(akr)

