Commonwealth Fusion nutzt digitalen Zwilling und KI für die Kernfusion
Commonwealth Fusion Systems will digitale Design-Tools und Künstliche Intelligenz von Siemens und Nvidia einsetzen, um Kernfusion zur Serienreife zu bringen.
Das US-Unternehmen Commonwealth Fusion Systems (CFS) hat auf der Elektronikmesse CES eine Partnerschaft mit dem Chiphersteller Nvidia und dem Technologiekonzern Siemens angekündigt. Das soll dazu beitragen, die Kommerzialisierung der Kernfusion voranzutreiben.
CFS, eine Ausgründung des Massachusetts Institute of Technology (MIT), will Anfang der 2030-Jahre das erste kommerzielle Fusionskraftwerk ans Netz bringen. Derzeit baut das Unternehmen in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts eine Demonstrationsanlage mit der Bezeichnung Sparc. Sie soll die erste Fusionsanlage werden, die mehr Energie freisetzt, als sie aufnimmt.
Zusammen mit Nvidia und Siemens will CFS einen digitalen Zwilling von Sparc erstellen. Dabei sollen Siemens’ Design-Software NX sowie Nvidias Omniverse-Bibliotheken eingesetzt werden. An dem digitalen Zwilling von Sparc könne CFS Simulationen durchführen, Hypothesen testen sowie später experimentelle Ergebnisse der Maschine schnell mit den Simulationen vergleichen, teilte das Unternehmen mit. Daneben will CFS Künstliche Intelligenz (KI) für die Entwicklung einsetzen.
Den Fortschritt beschleunigen
„Durch diese Zusammenarbeit zeigen wir, wie KI und integriertes digitales Engineering den Fortschritt beschleunigen können, vom Entwurf bis zum Anschluss ans Stromnetz“, sagte Bob Mumgaard, einer der Gründer und Chef von CFS.
CFS will Kernfusion durch magnetischen Einschluss in einem Tokamak betreiben. Dabei wird 100 Millionen Grad heißes Plasma durch ein komplexes System aus Magnetfeldern gehalten. Nur bei diesen Temperaturen ist es möglich, die Abstoßung zweier positiv geladener Wasserstoffatomkerne zu überwinden und sie zu einem Heliumkern zu verschmelzen.
CFS hat gerade den ersten supraleitenden Magneten im Kryostat installiert. Das hat Mumgaard auf der CES bekannt gegeben, wie das US-Onlinemagazin Techcrunch berichtet. Insgesamt sollen es 18 werden. Der letzte Magnet soll laut Mumgaard im Sommer eingebaut werden. 2027 soll Sparc dann in Betrieb gehen.
(wpl)