Creality Falcon A1 im Test: Laserklasse-1-Engraver mit Gehäuse
Der Creality Falcon A1 kombiniert einen 10-Watt-Diodenlaser mit geschlossenem Gehäuse und zahlreichen Sicherheitsfeatures.
Der Creality Falcon A1 kombiniert einen 10-Watt-Diodenlaser mit geschlossenem Gehäuse und zahlreichen Sicherheitsfeatures. Was der Laser-Engraver kann, zeigt der Test.
Neben 3D-Druckern oder Schneidplottern sind auch Laser-Gravur-Geräte in Preisregionen angekommen, die sie für Privatanwender interessant machen. Die zweiachsigen Laser brennen Texte oder Grafiken per Knopfdruck auf Holz, Bambus, Kork, Leder oder sogar Fliesen. Die Leistung reicht sogar aus, um Materialien wie Pappe oder dünnes Holz präzise zu schneiden.
Allerdings sind Laser nicht ungefährlich für die Augen. Hochpreisige Modelle verfügen über einen geschlossenen Bauraum, der vor dem Laserlicht schützt. In der Einsteigerklasse mit großer Arbeitsfläche sucht man ein solches Gehäuse aber oft vergeblich. Genau hier setzt der Creality Falcon A1 an: Der 10-Watt-Laser kommt ab Werk mit vollständig geschlossenem Gehäuse und wird dadurch als Laserklasse 1 eingestuft, womit er auch für Privatanwender infrage kommt.
Creality ist vielen Nutzern bereits von 3D-Druckern bekannt. Mit dem Falcon A1 bringt der Hersteller einen Laser-Engraver auf den Markt, der sich an Einsteiger und Hobbyisten richtet. Das Gerät wird vormontiert geliefert und soll innerhalb weniger Minuten einsatzbereit sein. Neben dem geschlossenen Gehäuse gehören Air Assist, integrierte Rauchabsaugung und eine Kamera zur einfachen Platzierung zur Ausstattung.
Wir haben den vormontiert gelieferten Laser-Engraver getestet und verraten, für wen sich das Gerät lohnt.
Sicherheitsfeatures
Das geschlossene Gehäuse stuft das Gerät in Laserklasse 1 ein, was das Gerät auch für Privatanwender interessant macht. Die meisten Engraver haben die Laserklasse 4, welche eher für professionelle Anwender ratsam ist, da diese strengeren Schutzmaßnahmen unterliegen.
Magnetische Türsensoren pausieren den A1 automatisch, sobald Deckel oder Frontklappe geöffnet werden. Ein Not-Aus-Schalter an der Frontseite schaltet die Maschine im Ernstfall stromlos. Die von Xtool bekannte Flammenerkennung gibt es hier allerdings nicht – beim Lasern muss man das Werkstück also immer im Auge behalten! Eine kleine Besonderheit des A1: Um das Gerät bei Nichtbenutzung zu sperren, verfügt der Laser-Engraver über ein Schloss auf der Rückseite. Ohne den entsprechenden Schlüssel ist keine Nutzung möglich.
Die integrierte Rauchabsaugung befördert entstehende Rauchgase über den mitgelieferten Schlauch aus dem Gehäuse und aus dem Fenster. Die Rauchentwicklung ist aber nicht ohne und so braucht es neben einer vernünftigen Belüftung im Idealfall noch einen Luftfilter – die Investition lohnt sich aus unserer Sicht auf jeden Fall!
Abgesehen davon sollte man keinesfalls ohne Vorwissen mit einem derart starken Laser hantieren. Es geht hier nicht allein um den Schutz des Augenlichts, sondern auch um das Verhüten von Bränden und um giftige Gase, die beispielsweise beim Bearbeiten von bestimmten Kunststoff-Sorten entstehen. Wer sich einen Laser als Werkzeug in die Werkstatt stellt, muss immer mit Bedacht vorgehen und vorsichtig sein: Ein Laser ist kein Spielzeug!
Design und Ausstattung
Der Falcon A1 kommt vormontiert in einer stabilen Kartonbox bei uns an – ein zeitraubender Aufbau ist nicht nötig. Im Inneren schützen dicke Schaumstoffpolster das Gerät. Nach dem Auspacken zeigt sich ein vollständig geschlossenes Gehäuse in grauem Metall-Look mit orange-transparenten Acrylfenstern an der Oberseite und der Front. Die doppelte Sichtfenster-Konstruktion ermöglicht einen Blick auf das Werkstück und filtert gleichzeitig 97 Prozent des Laserlichts.
Das massive Gehäuse bringt ein stattliches Gewicht von über 15 kg mit. Das kommt der Stabilität zugute: Vibrationen beim Gravieren treten nur minimiert auf. Die Verarbeitung ist sauber – keine scharfen Kanten oder unsauber lackierten Flächen. Die Scharniere und Verschlüsse wirken robust.
Im Inneren arbeitet ein Core-XY-System mit zwei Motoren für präzise Bewegungen in X- und Y-Richtung. Linearführungen und ein geschlossener Kabelkanal sorgen für einen aufgeräumten Eindruck. Die automatische Riemenspannung erreicht eine hohe Bewegungsgenauigkeit. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 600 mm/s. Der 10-Watt-Diodenlaser arbeitet mit einer Wellenlänge von 455 nm und einem ultrakomprimierten Laserpunkt von 0,06 × 0,08 mm. Die Arbeitsfläche misst 305 × 381 mm. Das Gerät selbst ist mit 567 × 468 × 196 mm aber deutlich größer.
Im Karton liegen neben dem Laser-Engraver: Abluftrohr, Schlauchschelle, Air-Assist-Equipment mit Silikonschlauch, Netzteil, ein Basswood-Musterstück (300 × 300 × 3 mm), Multi-Level-Fokusblock, Kalibrierungskarte, Verbindungskabel für das optionale Rotationsmodul, USB-C-Kabel, Antistatikbürste und Inbusschlüssel.
Creality Falcon A1
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Praxistest
Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach. Da das Gerät vormontiert geliefert wird, beschränkt sich die Einrichtung auf wenige Schritte: Aufstellen, Abluftschlauch befestigen, Air-Assist-Pumpe anschließen, Netzteil und USB-Kabel verbinden. Nach etwa 10 bis 15 Minuten ist der Laser einsatzbereit.
Der Falcon A1 wird von Windows und macOS als serielles Gerät erkannt. Lightburn erkennt den Laser als GRBL-kompatible Maschine sofort. Alternativ funktioniert die kostenlose Software LaserGRBL oder Crealitys eigene Software Falcon Design Space. Letztere unterstützt die Kamera und die Materialdatenbank von Creality. Die Kalibrierung der Kamera gestaltet sich etwas kniffelig, funktioniert bei guten Lichtverhältnissen aber dann doch zuverlässig. Einmal eingerichtet, entspricht die Position in der Software dann auch exakt der tatsächlichen Bearbeitungsposition. Das Positionieren von Werkstück und Vorlagedatei gestaltet sich so sehr einfach.
Die Fokussierung erfolgt manuell mit der mitgelieferten Fokus-Lehre. Man legt das Distanzstück zwischen Laser und Material und stellt die Höhe entsprechend ein. Das erscheint zwar altbacken, der Vorgang dauert aber nur wenige Sekunden und funktioniert zuverlässig. Was hier auffällt, ist die begrenzte Bearbeitungshöhe des A1. Größere Zigarrenkisten passen aufgrund der Gehäusemaße nicht in das Gerät.
Auf Sperrholz und Hartholz liefert der Falcon A1 dafür sehr präzise Gravuren mit klaren Linien. Feinste Details, kleine Schriften und Fotos mit Graustufen werden sauber dargestellt. Selbst bei erhöhten Geschwindigkeiten im Vergleich zur empfohlenen Einstellung erhalten wir scharfe Ergebnisse. Dünnes Pappelsperrholz mit 3 mm Stärke schneidet der Laser in nur einem Durchgang bei. Bei 4 bis 6 mm dickem Holz sind ein bis zwei zusätzliche Durchgänge nötig. Der Air Assist bläst Rauch und Flammen aus der Schnittfuge, verbessert die Schnittqualität und senkt die Brandgefahr.
Jeansstoff, Leder und Kunstleder graviert der Laser mit hoher Präzision. Schnitte durch 2 bis 3 mm dickes Rindsleder gelingen in einem Durchgang. Schwarzes Acryl mit 3 mm Stärke schneidet der Falcon A1 ebenfalls in einem Durchgang. Klares Acryl lässt sich mit dem 455-nm-Laser allerdings nicht schneiden, da der Strahl das Material durchdringt. Auch Karton und Papier kann man bearbeiten – hier ist aber besondere Vorsicht geboten, da Papier leicht entflammbar ist.
Metall schneidet der Laser nicht. Markieren ist aber möglich: Auf Edelstahl erzeugt der Laser bei langsamer Geschwindigkeit eine dauerhafte schwarze Markierung. Eloxiertes Aluminium graviert der A1 hingegen problemlos.
Testergebnisse des Creality Falcon A1
Die Ergebnisse des Praxistests vom Falcon A1 sehen super aus.
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Die Schnitte haben keinerlei Russkanten.
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Leder und PU graviert der A1 problemlos.
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Beschichtetes Metall ist kein Problem, von blankem Edelstahl rät der Hersteller ab.
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Auch auf Jeansstoff sehen die Ergebnisse gut aus.
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Hier die Kalibrierung der Kamera des Creality Falcon A1.
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Gravuren erledigt der Creality Falcon A1 sehr präzise.
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Schneiden bis 3 mm klappt in einem Durchgang.
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Creality Falcon A1 Praxistest
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Creality Falcon A1 Praxistest
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Creality Falcon A1 Praxistest
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Creality Falcon A1 Praxistest
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Creality Falcon A1 Praxistest
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Preis und Varianten
Der Creality Falcon A1 kostet laut Preisvergleich etwa 500 bis 600 Euro. Bei Amazon liegt der Preis aktuell bei 589 Euro. Für einen 10-Watt-Laser mit geschlossenem Gehäuse, Air Assist und Rauchabsaugung ist das ein fairer Preis. Wer Lightburn nutzen möchte, sollte zusätzlich die Kosten für die Software einplanen. Optional sind ein Rotationsmodul für runde Objekte und der empfohlene Luftfilter erhältlich.
Wer regelmäßig dickeres Material schneiden möchte, sollte allerdings zu einem stärkeren 20-Watt-Laser greifen.
Fazit
Der Creality Falcon A1 ist ein durchdachter Laser-Engraver für Einsteiger und Hobbyisten. Das geschlossene Gehäuse mit Laserklasse 1 macht eine Schutzbrille im Normalbetrieb überflüssig. Die Sicherheitsfeatures – Not-Aus, Türsensoren, Rauchabsaugung – ermöglichen entspanntes Arbeiten.
Die Gravurergebnisse auf Holz, Leder und Acryl überzeugen. Der kleine Laserpunkt von 0,06 mm sorgt für feine Details. Das CoreXY-System arbeitet schnell und präzise. Der integrierte Air Assist verbessert die Schnittqualität und reduziert Brandspuren.
In der Praxis stören das Fehlen eines Touchscreens und die manuelle Fokussierung. Auch ein Honeycomb-Arbeitstisch fehlt im Lieferumfang. Die Kamera funktioniert nur in Crealitys eigener Software, nicht in Lightburn.
Wer einen sicheren und einfach zu bedienenden Laser-Engraver sucht, findet im Falcon A1 ein rundes Gesamtpaket. Für reine Gravuraufgaben reicht die Leistung vollkommen aus. Beim Schneiden stößt der 10-Watt-Laser bei Materialstärken über 6 mm an seine Grenzen.