Ist Donald Trump ein Faschist? Der große US-Historiker Robert Paxton hat das lange verneint. Sein Meinungswandel eröffnet den Blick in eine dystopische Zukunft.
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Z+ (abopflichtiger Inhalt); Donald Trump: Wo die USA auf den fünf Stufen des Faschismus stehen
Ist Donald Trump ein Faschist? Der große US-Historiker Robert Paxton hat das lange verneint. Sein Meinungswandel eröffnet den Blick in eine dystopische Zukunft.
11. Januar 2026, 20:27 Uhr
Robert Paxton hat Einfluss, der ohne Macht und Geld auskommt. Als einer der wichtigsten Faschismusforscher hat er Generationen von Historikern und Sozialwissenschaftlern geprägt. Seine Anatomie des Faschismus (2004) gilt als Standardwerk, schon mit seiner Doktorarbeit über die Kollaboration des Vichy-Regimes mit den Nazis (1972) löste der US-Historiker eine Debatte aus, die über Frankreich hinausreichte.
Es hatte daher Gewicht, als Paxton, der lange an der Columbia University gelehrt hat und als Gutachter in Kriegsverbrecherprozessen auftrat, Donald Trump in dessen erster Amtszeit vom Faschismusvorwurf freisprach. "Wir sollten mit giftigen Zuschreibungen zurückhaltend sein", schrieb er 2017 in einem Beitrag für das Harper’s Magazine, nachdem selbst konservative Kommentatoren wie Robert Kagan das F-Wort für Trump genutzt hatten. Zwar erkannte Paxton in Trump schon damals Züge eines Faschisten, etwa in dessen "absurder Theatralik", die an Mussolini erinnere. Und doch warnte der US-Historiker, dass der Begriff wahllos verwendet werde und dadurch Gefahr laufe, am Ende oberflächlich und analytisch wenig hilfreich zu sein.