"Ein einfacher Unfall" von Jafar Panahi: Märtyrer im Mehrtürer
In Cannes gewann Jafar Panahi mit seinem neuen Film die Goldene Palme. Die Schicksalsfragen seiner iranischen Heimat verlegt er dabei ins Innere eines Lieferwagens.
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In seinem neuen Film verfrachtet Jafar Panahi iranische Schicksalsfragen ins Innere eines Lieferwagens.
Aus der ZEIT Nr. 02/2026 Aktualisiert am 8. Januar 2026, 19:52 Uhr

Szene aus "Ein einfacher Unfall". Regisseur Jafar Panahi hat im Iran Berufsverbot und musste den Film heimlich drehen. © Les Films Pelleas
Sie haben die Nase voll, das Leben ist unbezahlbar geworden: Zehntausende Iraner sind vergangene Woche auf die Straße gegangen, erst demonstrierten die Händler in Teheran gegen horrend gestiegene Preise, später die Studierenden an mehr als zehn Universitäten. Wie immer im Iran sind solche Proteste zugleich ein Schrei nach Freiheit und Würde, nach einem anderen Leben. Dieser Traum fällt nicht vom Himmel, er wurde schon vorgeträumt, zum Beispiel im Werk des Regisseurs Jafar Panahi. Viele seiner Filme, für die er Hauptpreise auf den europäischen Filmfestivals gewann, handeln von der Sehnsucht nach Selbstbestimmung; lustvoll, mit Witz und Hinterlist proben seine Figuren die Revolte (Offside) oder feiern die Kraft der freien Rede (Taxi Teheran). Panahis Figuren spüren, wie sich Freiheit anfühlt: Freiheit macht sie lebendig.