Es wird überall frieren: NRW rüstet sich für die klirrende Kälte
Aktualisiert am 8. Januar 2026, 21:31 Uhr Quelle: dpa Nordrhein-Westfalen

Eiszapfen an einem alten Eisenbahnwaggon in der Eifel - ähnlich viele Eiszapfen dürften am Wochenende vielerorts in NRW zu sehen sein. © Thomas Banneyer/dpa
Das Wintertief Elli bringt am Wochenende Schnee, Sturm und Glätte nach Nordrhein-Westfalen. Für Freitag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) zwar noch mit Tauwetter von bis zu sechs Grad, der Wind nimmt aber zu und stürmische Böen erreichen bis zu 70 Kilometer pro Stunde. Am Abend wird es klirrend kalt. Am Samstag und Sonntag wird es der Prognose zufolge überall in Nordrhein-Westfalen durchgehend frieren - am Wochenende sinken die Temperaturen tagsüber auf bis zu minus sieben Grad, nachts auf bis zu minus 13 Grad. Vor glatten Straßen und glatten Gehwegen wird gewarnt.
Das Wochenende endet kalt, aber sonnig
Am Freitag wird viel Niederschlag erwartet, wobei die Schneefallgrenze im Laufe des Tages immer weiter sinkt - am Abend geht der Regen auch in tieferen Lagen in Schnee über. Tückisch wird die überfrierende Nässe sein.
In der Nacht zu Samstag wird es in NRW weiter schneien, im Bergland werden bis zu 20 Zentimeter Neuschnee erwartet und in tieferen Lagen bis zu 10 Zentimeter Neuschnee. Am Sonntag soll es heiter bis wolkig und niederschlagsfrei sein: Wer einen dicken Mantel hat, könnte dann bei einem Spaziergang auf seine Kosten kommen und Kinder können sich beim Schlittenfahren austoben. Grundvoraussetzung für das Familienvergnügen am Sonntag: Warm genug angezogen sein.
Manche Schüler dürfen daheim bleiben
Zu Beginn des Wochenendes führten die Folgen des Sturmtiefs Elli aber zu Sorgenfalten an Schulen. Einige Grundschulen in Düsseldorf und Umgebung stellten den Eltern frei, ob sie ihre Kinder am Freitag zur Schule schicken oder daheim lassen. Ein Sprecher des Schulministeriums verwies auf eine Regelung, der zufolge bei extremen und plötzlich auftretenden Witterungsverhältnissen die Eltern entscheiden können, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar sei.
Von Autofahrten wird abgeraten
Wer kann, der sollte sein Auto in der Garage lassen. So appellierte der Kreis Paderborn mit Blick auf die erwartete Glätte samt stürmischen Windes an seine Bürgerinnen und Bürger, Fahrten möglichst zu vermeiden oder zumindest langsam zu fahren und größere Abstände zum Vorausfahrenden einzuhalten. Besonders auf Brücken oder auf abschüssigen Straßen sowie im Schatten sei Vorsicht geboten. Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte an festes Schuhwerk denken.
Vielerorts wird allmählich das Streusalz knapp, etwa in der 17.000-Einwohner-Gemeinde Leopoldshöhe in Ostwestfalen-Lippe. Die Gemeindeverwaltung beteuert zwar, sie habe «rechtzeitig» Streusalz bestellt. Es kam bislang aber nicht an. Der noch vorhandene Streusalzbestand reicht nur für die Hauptverkehrsstraßen, Rettungswege und andere wichtige Strecken.
Sporthallen werden gesperrt
In der Stadt Goch im Kreis Kleve wiederum führten die Schneemassen dazu, dass sieben Sporthallen von Schulen vorerst gesperrt wurden. Grund waren Sorgen um die Statik wegen des massiven Gewichts. Die Sporthalle eines Gymnasiums, auf dem keine Photovoltaik-Anlage installiert ist, kann hingegen weiter genutzt werden. Grund: Dachdecker erklärten sich bereit, den Schnee vom Dach zu schieben. Das freut auch die Jecken: Die fürs Wochenende geplanten Karnevalsveranstaltungen können stattfinden.
Besonders hart dürften die Folgen der harschen Witterungsbedingungen die Ärmsten der Gesellschaft treffen. Um Kältetote oder Verletzungen durch Kälte zu vermeiden, richtete die Stadt Dortmund zusätzliche Notschlafstellen für Obdachlose ein. Diese Extra-Betten sind für diejenigen gedacht, die bislang in Parks, an Straßen und anderen Stellen des öffentlichen Raums schlafen. «Niemand muss in Dortmund im Freien übernachten», hieß es in einer Mitteilung der Ruhrgebietsstadt.
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