Federal Reserve: US-Justiz ermittelt laut Fed-Chef Powell gegen Notenbank
US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten Druck auf die Zentralbank aus, den Leitzins zu senken. Nun droht dem Chef Jerome Powell laut eigenen Angaben eine Anklage.
US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten Druck auf die Zentralbank aus, den Leitzins zu senken. Nun droht dem Chef Jerome Powell laut eigenen Angaben eine Anklage.
Aktualisiert am 12. Januar 2026, 5:21 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, dpa, Reuters, AFP, eca , vsp
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Jerome Powell bei einer Pressekonferenz im Dezember: Der US-Notenbankchef ist laut eigener Aussage Ziel von Ermittlungen. © Al Drago/Bloomberg/Getty Images
Bundesstaatsanwälte haben nach Angaben von US-Notenbankchef Jerome Powell strafrechtliche Ermittlungen gegen die Zentralbank Federal Reserve (Fed) eingeleitet. Das Justizministerium habe der Fed schriftliche Vorladungen zugestellt und mit einer Anklage gedroht, teilte Powell mit. An den Finanzmärkten reagierten Anleger besorgt auf die Nachricht.
Demnach geht es bei den Ermittlungen um die mehrjährige Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington, D. C. Das Ministerium werfe Powell vor, diesbezüglich Falschaussagen im Senat gemacht zu haben.
Powell bezeichnete die Ermittlungen als einen "Vorwand", um die Unabhängigkeit der Notenbank bei der Festlegung der Zinspolitik zu untergraben. Er sprach von einem Einschüchterungsversuch des US-Präsidenten. Dieser attackiert den Fed-Chef bereits seit Monaten.
"Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt", sagte Powell.
Es gehe darum, "ob die Fed weiterhin in der Lage sein wird, die Zinssätze auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen festzulegen – oder ob die Geldpolitik stattdessen durch politischen Druck oder Einschüchterung bestimmt wird", fügte Powell hinzu. Er wolle sein Amt weiter "integer und im Dienste des amerikanischen Volkes ausführen".