Grönland-Diskussion: Rubio will mit Dänemark reden
Die US-Äußerungen über Grönland lösen in Europa große Sorge aus. Nun sucht Außenminister Rubio den direkten Kontakt zu Dänemark. Kommende Woche soll es Gespräche geben. Unterdessen gibt Trump ein Bekenntnis zur NATO ab.

Treffen kommende Woche geplant Rubio will mit Dänemark über Grönland reden
Stand: 07.01.2026 21:56 Uhr
Die US-Äußerungen über Grönland lösen in Europa große Sorge aus. Nun sucht Außenminister Rubio den direkten Kontakt zu Dänemark. Kommende Woche soll es Gespräche geben. Unterdessen gibt Trump ein Bekenntnis zur NATO ab.
Was haben die USA mit Grönland vor? Die Äußerungen von Präsident Donald Trump haben nicht nur in Europa für große Verunsicherung und Irritation gesorgt. Auch heute wieder schloss eine Sprecherin des Weißen Hauses eine militärische Intervention der USA in der Grönlandfrage explizit nicht aus.
Nun kündigte US-Außenminister Marco Rubio für kommende Woche ein Treffen mit Vertretern Dänemarks an, um über Grönland zu sprechen. Auf eine Frage, ob damit ein militärisches Vorgehen vom Tisch sei, wollte er sich vor Journalisten nicht äußern. Es ist noch nicht bekannt, wo und wann genau das Treffen stattfinden soll.
Zuvor hatten Dänemark und Grönland um ein Gespräch mit dem US-Außenminister gebeten. Er sei es satt, dass die Kommunikation mit den USA über die Medien stattfinde, hatte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen gesagt.
"Natürlich werden wir daran teilnehmen. Wir sind diejenigen, die um ein Treffen gebeten haben", sagte Vivian Motzfeldt, Außenministerin des dänischen Autonomiegebiets, gegenüber der dänischen Rundfunkanstalt DR. Sie hoffe, dass das Treffen zu einer "Normalisierung" der Beziehungen mit den USA führen werde.
Der frühere dänische Außenminister und heutige EU-Abgeordnete Villy Søvndal sieht Abschreckungsmaßnahmen gegenüber den USA als erforderlich an, um Grönland zu schützen. "Wir müssen die USA davor abschrecken", sagte er in einem Interview mit dem Spiegel. "Wir Europäer müssen den Amerikanern klarmachen, wie hoch der Preis wäre, den sie zahlen müssten, wenn sie diesen Wahnsinn umsetzen. Sollten die USA Grönland militärisch einnehmen, wäre das das Ende der NATO und der transatlantischen Partnerschaft", so Søvndal.
Wadephul hält Treffen für sinnvoll
Bundesaußenminister Johann Wadephul äußerte sich diesbezüglich zurückhaltender: "Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass wir auf das Engste zusammenstehen und dass dieses Bündnis genau das bleiben wird, was es immer war: das erfolgreichste Verteidigungs- und Defensivbündnis der Welt".
Zufrieden äußerte sich Wadephul über das angekündigte direkte Treffen zwischen Dänemark und den USA. Es sei mit Sicherheit sinnvoll und unterstützenswert, sagte der CDU-Politiker.