Hilfsorganisationen in Gaza: "Was droht, ist noch mehr Chaos und noch mehr Leid"
Viele Menschen in Gaza kämpfen ums Überleben. Jetzt entzieht Israel internationalen Hilfsorganisationen die Lizenz. Die NGO Oxfam warnt vor sozialen Folgen.

Am Montag im Flüchtlingslager Nuseirat im zentralen Gazastreifen © Abdel Kareem Hana/dpa
Viele Menschen in Gaza kämpfen ums Überleben. Jetzt entzieht Israel internationalen Hilfsorganisationen die Lizenz. Die NGO Oxfam warnt vor sozialen Folgen.
2. Januar 2026, 18:55 Uhr
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Das neue Jahr beginnt für die Menschen in Gaza mit katastrophalen Nachrichten. Zum Jahreswechsel hat Israel insgesamt 37 führenden internationalen Hilfsorganisationen, die in Ostjerusalem und den palästinensischen Gebieten arbeiten, die Lizenz entzogen. "Diese Entscheidung bedroht nicht nur unsere Arbeit und die Achtung des Völkerrechts, sondern auch das Leben von Millionen Palästinensern", sagt Bushra Khalidi, politische Leiterin bei der Entwicklungsorganisation Oxfam, die ebenfalls von der Lizenzentziehung betroffen ist.
Bereits vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 zählte der Gazastreifen zu den ärmsten Gebieten der Welt. Durch Israels Blockadepolitik waren die rund zwei Millionen Einwohner von internationaler Hilfe abhängig – bei der Versorgung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln, aber auch in der medizinischen Versorgung und in der Bildung. "Bei Oxfam hatten wir uns in den letzten Jahren ganz auf die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren konzentriert. Wir hatten unsere zuverlässigen Kontakte und ein vertrauenswürdiges Netzwerk, das sicherstellte, dass die Hilfe die Menschen erreichte, die sie brauchten", sagt Khalidi.
Sie fordert, dass Israel sich nun auf dieses System stützt, um seinen Verpflichtungen als Besatzungsmacht nach internationalem Recht nachzukommen. "Stattdessen politisieren und instrumentalisieren sie die humanitäre Hilfe und missbrauchen sie, um uns zu kontrollieren und zum Schweigen zu bringen."