Iran: Aktivisten sprechen von "Massaker" an Demonstranten im Iran
Die Zahl der Toten bei den Protesten im Iran ist deutlich gestiegen. Ein Video soll Aufnahmen von Leichen zeigen. Aus der EU kommen Forderungen nach mehr Sanktionen.
Die Zahl der Toten bei den Protesten im Iran ist deutlich gestiegen. Ein Video soll Aufnahmen von Leichen zeigen. Aus der EU kommen Forderungen nach mehr Sanktionen.
Aktualisiert am 12. Januar 2026, 3:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters, eca
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Demonstranten in Teheran am 9. Januar: Bei den anhaltenden Protesten wurden laut der Organisation Hrana bisher mehr als 500 Menschen getötet. © MAHSA/Middle East Images/AFP via Getty Images
Bei den anhaltenden Protesten im Iran hat es nach Angaben von Menschenrechtlern deutlich mehr Tote gegeben als angenommen. Nach Angaben der in den USA ansässigen Organisation Hrana wurden bislang mindestens 538 Menschen getötet. Zuvor war von 203 Toten die Rede gewesen. Unter den Toten seien 490 Demonstrierende und 48 Sicherheitskräfte. Zudem habe es mehr als 10.600 Festnahmen im Zusammenhang mit den Protesten gegeben.
Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht. Bei früheren Protesten hat Hrana jedoch verlässliche und akkurate Daten geliefert. Die tatsächliche Zahl der Opfer könnte jedoch noch höher liegen. Einige Quellen sprechen sogar von mehr als 2.000 Toten. Aktivisten beschuldigen Sicherheitskräfte im Iran eines "Massakers" an Demonstranten.
Derweil sorgen Videoaufnahmen für Aufsehen, die zahlreiche Leichen vor einer Leichenhalle südlich von Teheran zeigen sollen. Die Nachrichtenagentur AFP und die in Norwegen ansässige Menschenrechtsgruppe Hengaw haben das Video nach eigenen Angaben verifiziert. Das Video sei Beleg für ein "schweres Verbrechen von beträchtlichem Ausmaß", teilte Hengaw mit.
Schah-Sohn ruft zum Sturz des Regimes auf
Reza Pahlavi, der in den USA lebende Sohn des letzten Schahs von Iran, rief über die Plattform X eine "neue Phase des nationalen Aufstands" aus. Ziel sei es, die Islamische Republik zu stürzen.
Die Protestbewegung im Land solle nicht nur zentrale Straßen und Plätze besetzen, sondern auch staatliche Institutionen ins Visier nehmen – insbesondere jene, die für Propaganda und die Einschränkung des Internets verantwortlich seien. Diese bezeichnete er als "legitime Ziele".