Iran: Exil-Opposition ruft zu Generalstreik im Iran auf
Die Protestwelle im Iran hält an: Viele sind offenbar einem Aufruf zum Generalstreik der Exil-Opposition nachgekommen. Das Internet wurde teilweise eingeschränkt.
Die Protestwelle im Iran hält an: Viele sind offenbar einem Aufruf zum Generalstreik der Exil-Opposition nachgekommen. Das Internet wurde teilweise eingeschränkt.
Aktualisiert am 8. Januar 2026, 19:30 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, dar

Spontane Proteste am Teheraner Basar: Seit zwölf Tagen dauert die Protestwellt im Iran bisher an. © Vahid Salemi/AP/dpa
Die iranische Exil-Opposition hat zu einem Generalstreik in den Kurdengebieten im Westen des Iran aufgerufen, der offenbar weithin befolgt wurde. Damit unterstützen die im benachbarten Irak ansässigen iranisch-kurdischen Oppositionsgruppen die seit zwölf Tagen andauernden Proteste gegen die Staatsführung.
Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Hengaw waren rund 40 Ortschaften und Städte von dem Generalstreik betroffen. Die Gruppe veröffentlichte Bilder aus den westlichen Provinzen Ilam, Kermanschah und Lorestan, auf denen geschlossene Geschäfte zu sehen waren.
Menschenrechtsorganisationen zufolge gingen Sicherheitskräfte vielerorts gewaltsam und mit Tränengas gegen die Demonstrierenden vor. In der Nähe von Teheran wurde ein Polizist erstochen.
Regierung schränkt das Internet ein
Angesichts der anhaltenden Proteste schränkten die Behörden das Internet ein. Der Iran befinde sich inzwischen in einem "fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout", teilte die in London ansässige Organisation NetBlocks im Onlinedienst X unter Berufung auf Live-Netzdaten mit. Die Sperre folge auf "eine Reihe eskalierender digitaler Zensurmaßnahmen gegen Proteste im ganzen Land". NetBlocks warf den iranischen Behörden vor, das Recht der Öffentlichkeit auf Kommunikation "in einem entscheidenden Moment" zu behindern.
In der westlichen und von Unruhen erschütterten Provinz Kermanschah verzeichnete die Organisation Netblocks, die sich auf die Beobachtung von Internetsperren spezialisiert hat, einen Totalausfall beim wichtigsten Internetbetreiber TCI. Auch in anderen Landesteilen wurde das Netz beschränkt, wie Bewohner berichteten. Betroffen war auch das mobile Internet in einigen Großstädten.
Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) veröffentlichte Aufnahmen von jubelnden Demonstranten in Kuhschenar in der südlichen Provinz Fars. Sie feierten, dass eine Statue des 2020 vom US-Militär getöteten Generals Kassem Soleimani vom Sockel gestoßen worden war. Weitere Aufnahmen von einer in Brand gesetzten Statue Soleimanis zeigte ein persischsprachiger TV-Sender.