Klingbeil mahnt die USA: Dänen und Grönländer entscheiden über Grönland
Finanzminister Klingbeil reist zu einem Treffen in die USA. Dabei soll über die Versorgung mit kritischen Rohstoffen geredet werden. Vor der Abreise äußerte sich der Vizekanzler deutlich zum US-Anspruch auf Grönland.

Vor US-Reise Klingbeil betont Grönlands Souveränität
Stand: 11.01.2026 10:54 Uhr
Finanzminister Klingbeil reist zu einem Treffen in die USA. Dabei soll über die Versorgung mit kritischen Rohstoffen geredet werden. Vor der Abreise äußerte sich der Vizekanzler deutlich zum US-Anspruch auf Grönland.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat die USA mit deutlichen Worten ermahnt, Grönlands Souveränität zu achten. "Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über die Zukunft Grönlands zu entscheiden", sagte Klingbeil vor seiner Abreise zu einem Treffen in Washington. Die territoriale Souveränität und Integrität seien zu achten.
Der SPD-Vorsitzende betonte: "Diese völkerrechtlichen Prinzipien gelten für alle - auch für die Vereinigten Staaten. Die Sicherheit in der Arktis erhöhen wir miteinander als NATO-Verbündete, nicht in einem Gegeneinander."
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut mit einer Übernahme der rohstoffreichen und geostrategisch wichtigen Arktis-Insel gedroht. "Wir werden wegen Grönland etwas unternehmen, ob es ihnen passt oder nicht", sagte der US-Präsident.
Beratungen über Rohstoffe in Washington
Klingbeil wird in Washington am Montag an einem Treffen zu kritischen Rohstoffen teilnehmen. Zu dem Finanzministertreffen haben die USA einige internationale Partner eingeladen. Besprochen werden soll, wie der Zugang zu kritischen Rohstoffen gesichert werden kann. Dabei geht es vor allem darum, Abhängigkeiten zu reduzieren. Thema dürfte auch die chinesische Marktmacht bei seltenen Erden sein.
Der Vizekanzler betonte mit Blick auf die Versorgungssicherheit, es sei "wichtig, dass wir im Kreis internationaler Partner hierüber beraten und - wo immer möglich - gemeinsam handeln". Zugleich unterstrich er aber auch, Deutschland und die EU zielten auf "fairen, regelbasierten und verlässlichen Handel". Das dürfte ein Wink Richtung USA sein, deren Zölle die deutsche Exportwirtschaft belasten.
Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Sonntag in die USA. Auf dem Hinflug legt er noch einen Zwischenstopp in Island ein. Dort trifft er am Abend seine isländische Amtskollegin, Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir. Am Montag ist dann in der US-Hauptstadt Washington ein Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio geplant.
Mit Informationen von Philipp Eckstein, ARD-Hauptstadtstudio