Kämpfe in Syrien: Kurdische Kräfte zeigen sich zu Abzug aus Aleppo bereit
Nach tagelangen Kämpfen gegen das syrische Militär verkünden kurdische Einheiten eine Waffenruhe in Aleppo. Einem Bericht zufolge verlassen Kämpfer bereits die Stadt.
Nach tagelangen Kämpfen gegen das syrische Militär verkünden kurdische Einheiten eine Waffenruhe in Aleppo. Die syrische Armee erklärt ihren Einsatz für beendet.
11. Januar 2026, 4:42 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, spr
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Laut einem Bericht verlassen die kurdischen Kämpfer die betreffenden Stadtteile von Aleppo bereits in Bussen. © Khalil Ashawi/Reuters
Nach mehrtägigen Kämpfen gegen Regierungstruppen in Aleppo haben sich die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) zu einem Abzug aus der Großstadt bereit erklärt. "Wir haben eine Einigung erzielt, die zu einer Waffenruhe geführt hat", teilten die SDF mit. Demnach würden Zivilisten und Kämpfer die betreffenden Stadtteile verlassen.
Die syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass "Busse mit den letzten Mitgliedern der SDF" den Stadtteil Scheich Maksud in Aleppo verlassen hätten und nun in den Norden des Landes fahren würden. Das berichtete auch der staatliche Fernsehsender Al Ekhbariya. Zuvor hatte die syrische Armee ihren Einsatz in der letzten kurdischen Hochburg der Stadt für beendet erklärt.
Schwerste Kämpfe seit Sturz Assads
Truppen der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus und kurdische Kämpfer lieferten sich seit Dienstag Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation. Zuletzt hatte das syrische Militär eine Waffenruhe ausgerufen, diese mündete aber in weiteren Auseinandersetzungen. Hintergrund ist ein im März geschlossenes Abkommen.
Seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad wird das im Norden Syriens gelegene Aleppo von der neuen Übergangsregierung kontrolliert, nur die Stadtviertel Scheich Maksud und Aschrafijeh stehen unter Kontrolle kurdischer Einheiten. Laut dem Abkommen sollten die Institutionen der Kurden bis Ende 2025 in die syrische Zentralregierung und Armee integriert werden. Zudem hatten die kurdischen Kämpfer zugestimmt, sich aus den beiden Stadtvierteln in Aleppo zurückzuziehen. Beides wurde jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten nicht umgesetzt.