Kämpfe in Syrien: Zehntausende fliehen vor Gewalt im kurdisch geprägten Nordsyrien
In Aleppo eskalieren die Kämpfe, die syrische Armee greift kurdische Viertel an. Die Führung der Kurden wirft der Regierung vor, das humanitäre Völkerrecht zu missachten.
In Aleppo eskalieren die Kämpfe, die syrische Armee greift kurdische Viertel an. Die Führung der Kurden wirft der Regierung vor, das humanitäre Völkerrecht zu missachten.
8. Januar 2026, 17:31 Uhr
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Familien fliehen am 7. Januar mit ihren Habseligkeiten aus kurdischen Vierteln Aleppos. Zuvor hatte die Armee zur Evakuierung der Stadtteile aufgerufen. © Bakr ALkasem/AFP/Getty Images
Angriffe von Regierungstruppen haben in der nordsyrischen Provinz Aleppo Zehntausende Menschen zur Flucht veranlasst. Örtliche Behörden sprachen von mindestens 46.000 Vertriebenen. Zuvor hatte die syrische Armee die Zivilbevölkerung mehrfach aufgerufen, zwei kurdisch geprägte Viertel von Aleppo umgehend zu verlassen. Dort seien Einsätze gegen kurdische Kräfte sowie das Errichten eines "militärischen Sperrbezirks" geplant.
Vertreter von Militär und Regierung kündigten eine "begrenzte" Operation an. Deren Ziel sei, kurdische Kämpfer zum Verlassen der Viertel zu bewegen, "damit die Behörden ihre Kontrolle auf die gesamte Stadt ausweiten können", sagte ein Armeesprecher.
Scheich Maksud und Aschrafijeh sind die einzigen Stadtviertel Aleppos, die nach dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad Ende 2024 nicht unter der Kontrolle der neuen Regierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa standen. Bis zuletzt wurden sie von Einheiten kontrolliert, die Verbindungen zu den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) unter kurdischer Führung haben.
Selbstverwaltung spricht von Verstößen gegen humanitäres Recht
Anfang der Woche war es in Aleppo zu tödlichen Gefechten zwischen Soldaten der islamistischen Übergangsregierung und kurdischen Kämpfern gekommen. Am Mittwoch eskalierten die Kämpfe, die Armee beschoss die kurdisch kontrollierten Teile der Stadt. Mindestens 13 Zivilisten wurden bei den Gefechten bislang getötet und zahlreiche weitere verletzt – darunter auch Kinder. Es handelt sich um die schwersten Kämpfe in Aleppo seit dem Sturz Assads.