Kosmonauten schließen nach Jahren Leck auf der ISS
Jahrelang war durch ein Leck im russischen Teil der ISS Atemluft ins All entwichen. Die NASA hat bestätigt, dass der Schaden beseitigt ist.
Die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) verliert keine Atemluft mehr. Das Leck im russischen Teil der Station ist beseitigt. Das hat die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) bestätigt.
Die Schadensstelle befand sich in dem PrK-Modul – das ist der Tunnel, der das russische Swesda-Modul mit der Luftschleuse verbindet, an der die russischen Progress-Raumschiffe andocken. Durch kleine Risse in dem Modul entwich Luft. Jahrelang bemühten sich die verschiedenen Kosmonauten auf der Raumstation, die Stelle zu finden und das Problem zu lösen.
Das ist laut Ars Technica inzwischen gelungen. Zunächst hätten zwei Quellen dem US-Onlinemagazin berichtet, dass der Schaden behoben sei. Die NASA hat das inzwischen bestätigt.
NASA und Roskosmos beobachten weiter
„Nach zusätzlichen Inspektionen und Maßnahmen zur Abdichtung bleibt der Druck im Transfer-Tunnel, der an das Swesda-Servicemodul der Internationalen Raumstation angeschlossen ist und als PrK bekannt ist, stabil“, sagte NASA-Sprecher Josh Finch Ars Technica. „Die NASA und Roskosmos beobachten und untersuchen die zuvor festgestellten Risse weiterhin auf mögliche zukünftige Veränderungen.“
Das Leck war seit September 2019 bekannt, die Ursache jedoch nicht. Möglicherweise war es Materialermüdung: Zu dem Zeitpunkt war die ISS schon deutlich älter als die ursprünglich vorgesehene Missionsdauer von 15 Jahren.
Mit der Zeit wurde das Problem schlimmer. Es gab weitere Lecks, der Verlust von Atemluft stieg mit der Zeit: Anfangs entwich weniger als ein Pfund pro Tag, dann ein knappes Kilogramm, im April 2024 waren es rund anderthalb Kilogramm. Praktisch war, dass sich das Leck hinter einer Schleuse befand. Die ISS-Crews behalfen sich, diese geschlossen zu halten, sodass nur dann Luft entweichen konnte, wenn hinter der Schleuse gearbeitet wurde.
NASA und ihr russisches Pendant Roskosmos waren uneins in der Beurteilung der Situation. Die Russen spielten das Problem herunter und hielten den Betrieb der Station für sicher. Die NASA glaubte diesen Erklärungen jedoch nicht und stufte das Leck 2024 als großes Sicherheitsrisiko ein.
(wpl)