Kreuzzüge: Der späte Sieg
Für die islamische Welt des Mittelalters sind die Kreuzzüge ein Nebenschauplatz. Im Sinn eines "Kampfes der Kulturen" werden sie erst Jahrhunderte später stilisiert.
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Für die islamische Welt des Mittelalters sind die Kreuzzüge eher ein Nebenschauplatz. Zum Sinnbild eines "Kampfes der Kulturen" werden sie erst Jahrhunderte später stilisiert.

Saladins Sieg: Nach ihrer Niederlage in der Schlacht bei Hattin 1187 werden der christliche König von Jerusalem und dessen Ritter dem muslimischen Feldherrn Saladin (mit Zepter) als Gefangene vorgeführt. © Photo Josse / Bridgeman Images
Als das große Abschlachten vorbei war, feierten die Christen Gottesdienst. Am Abend des 15. Juli 1099, in den Straßen von Jerusalem sollen sich abgeschlagene Köpfe und Hände getürmt haben, das Blut nicht nur von muslimischen Kämpfern, sondern auch von Frauen und Kindern soll knöchelhoch vor den Mauern der Al-Aksa-Moschee gestanden haben, da versammelten sich die Kreuzfahrer und lobpreisten ihren Gott. Der erste Kreuzzug hatte sein Ziel erreicht: Jerusalem war wieder in christlicher Hand.
Die Pilger Christi, die Papst Urban II. im November 1095 gerufen hatte, müssen bei der Eroberung der Stadt gewütet haben wie Teufel. Arabische wie lateinische Quellen berichten von Zehntausenden Toten. Noch ein halbes Jahr nach ihrer Erstürmung habe die Heilige Stadt nach Tod und Verwesung gestunken, berichtet ein Zeitgenosse. Der erste Kreuzzug wurde zu dem wohl am häufigsten beschriebenen Ereignis des Mittelalters, sagt Thomas Asbridge. Der britische Historiker und andere Forscher haben die Opferzahlen heute deutlich nach unten korrigiert.