Krieg gegen die Ukraine: Donald Trump verbreitet russlandkritischen Artikel
SOURCE:Zeit Online|BY:DIE ZEIT: Ausland - Eva Casper, Sven Crefeld
Der US-Präsident teilt überraschend einen Text, der Wladimir Putin als Blockierer darstellt. Ukraines Staatschef sagt, ein Abkommen sei zu 90 Prozent fertig. Das Liveblog
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Der US-Präsident teilt überraschend einen Text, der Wladimir Putin als Blockierer darstellt. Ukraines Staatschef sagt, ein Abkommen sei zu 90 Prozent fertig. Das Liveblog
Aktualisiert am 1. Januar 2026, 2:19 Uhr
Eva Casper
Donald Trump verbreitet russlandkritischen Artikel
US-Präsident Donald Trump hat überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt New York Post stellt in dem Text den russischen Präsidenten Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar.
Unter anderem heißt es dort, jeder Angriff auf Putin sei "mehr als gerechtfertigt". Der Artikel plädiert dafür, dass Russland in den Verhandlungen um eine Friedenslösung keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten. Stattdessen sei ein härteres Vorgehen nötig. "Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden." Die Ukraine habe ihren Teil beigetragen – nun liege es an Putin, zu handeln.
Trump kommentierte den Artikel in seinem Post nicht.
Eva Casper
Russland erhöht Mehrwertsteuer
In Russland gilt ab dem Jahreswechsel eine erhöhte Mehrwertsteuer von 22 Prozent. Allein in diesem Jahr sollen damit zusätzlich umgerechnet rund 13 Milliarden Euro (1,187 Trillion Rubel) in die Staatskasse fließen. Bisher lag der Steuersatz bei 20 Prozent.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im Dezember erklärt, dass die Mehrwertsteuererhöhung nötig sei, um den Haushalt auszugleichen. Auch die Einkommensteuer war wegen des Krieges gegen die Ukraine schon gestiegen.
Sven Crefeld
Macron verspricht der Ukraine "konkrete Zusagen" der Europäer
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Zusagen europäischer Staaten zum Schutz der Ukraine für den kommenden Dienstag angekündigt. "Am 6. Januar werden in Paris viele europäische Staaten und Verbündete konkrete Zusagen machen, um die Ukraine zu schützen und einen gerechten und dauerhaften Frieden auf unserem europäischen Kontinent zu gewährleisten", sagt Macron in seiner Neujahrsansprache. Die Zusagen sollen nach einem möglichen Friedensabkommen mit Russland gelten.
Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine deutlich kritisiert. "Was für eine Schande, was für eine Blasphemie, dass sich getaufte Christen gegenseitig umbringen", sagte er nach Angaben seiner Pressestelle bei einer Andacht in München zu Silvester.
Sven Crefeld
US-Gesandter Witkoff lobt "fruchtbares Gespräch" mit Europäern
Die USA haben mit der Ukraine und europäischen Verbündeten beraten. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff berichtete von einem "fruchtbaren Gespräch" mit nationalen Sicherheitsberatern aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie dem ukrainischen Sicherheitsratssekretär Rustem Umjerow. An dem Gespräch hätten auch US-Außenminister Marco Rubio und Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, teilgenommen.
Sven Crefeld
Selenskyj sieht Abkommen mit Russland zu 90 Prozent fertig
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Ukraine zehn Prozent von einem möglichen Abkommen mit Russland entfernt. In seiner Neujahrsansprache sagte er:
„"Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig. Zehn Prozent bleiben."“
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj
Diese restliche Verhandlungsmasse seien "die zehn Prozent, die das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine und Europas bestimmen werden", fügte er hinzu.
"Wir glauben an den Frieden, kämpfen dafür und arbeiten dafür", sagte Selenskyj zudem in einem Post auf Facebook und X. Das Jahr 2025 sei geprägt gewesen "von der Treue und Standhaftigkeit, den Prinzipien und der täglichen Arbeit der Ukrainer". Er dankte allen, die sein Land "für alle verteidigt haben, die Freiheit und Würde schätzen."
Man gehe nun gemeinsam weiter "mit dem, was uns zusammenhält: Erfahrung und Erinnerung, unsere Muttersprache, Hoffnung und Glaube", schrieb Selenskyj.
Sven Crefeld
Geheimdienst SBU berichtet von Angriff auf russisches Treibstofflager
Ukrainische Drohnen haben nach offizieller Darstellung aus Kyjiw ein Treibstofflager in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau in Brand gesetzt. Das teilte der ukrainische Geheimdienst SBU der Agentur Ukrinform mit. Das in Brand gesetzte Terminal Temp in der Stadt Rybinsk gehöre zu den strategischen Reserven Russlands.
"Der SBU unterbricht mit chirurgischer Präzision weiterhin die Lieferketten russischer Erdölprodukte sowohl ins Ausland als auch an die Truppen, die die Ukraine angreifen", wurde ein Mitarbeiter des Geheimdienstes SBU zitiert. Die Agentur veröffentlichte ein Video, auf dem ein Großbrand hinter verschneiten Häusern zu sehen ist. Russland äußerte sich bisher nicht zu diesem Bericht.
Jaroslawl liegt etwa 280 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist mehr als 800 Kilometer von der Ukraine entfernt. Die ukrainischen Streitkräfte greifen seit Monaten die Ölindustrie Russlands an.
Leon Ginzel
Wladimir Putin gibt sich in Neujahrsansprache siegessicher
Wie üblich in seinen Reden hat der russische Staatschef Wladimir Putin in der Neujahrsansprache Russlands Soldaten gedankt. Das Land glaube an einen Sieg, sagte Putin fast vier Jahre nach dem Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Wenig überraschend ging er in seiner Ansprache nicht auf die Verhandlungen mit den USA über ein Kriegsende ein. Das Land werde seine gesetzten Ziele erreichen, sagte Putin lediglich.
Marla Noss
Kaja Kallas wirft Russland gezieltes Ablenkungsmanöver vor
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sieht in den Behauptungen Russlands, wonach die Ukraine kürzlich wichtige Regierungseinrichtungen in Russland angegriffen haben soll, ein gezieltes Ablenkungsmanöver. Dies teilte sie auf der Social-Media-Plattform X mit. Ihr zufolge zielt Moskau darauf ab, echte Fortschritte der Ukraine und ihrer westlichen Partner zu verhindern. „Niemand sollte unbegründete Behauptungen des Aggressors akzeptieren, der seit Beginn des Krieges wahllos die Infrastruktur und die Zivilbevölkerung der Ukraine ins Visier genommen hat“, sagte sie.
Iven Fenker
170.000 Menschen nach Angriffen auf Odessa ohne Strom
In der Ukraine sind laut Angaben des ukrainischen Energieministeriums nach einem russischen Angriff in der Region Odessa mehr als 170.000 Menschen ohne Strom. Dem Ministerium zufolge werden Notfallreparaturen durchgeführt.
Zuvor hatte das führende ukrainische Energieunternehmen DTEK mitgeteilt, dass zwei seiner Energieanlagen in der Region Ziel des Angriffs geworden seien.
Anna-Lena Schlitt
Russland veröffentlicht Video, das Drohne von angeblichem Angriff auf Putin-Residenz zeigen soll
Das russische Verteidigungsministerium hat Aufnahmen veröffentlicht, die einen angeblichen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin belegen sollen. Ein am Mittwoch verbreitetes Video zeigt in einem Waldgebiet im Schnee liegende Überreste einer Drohne, die bei dem angeblichen Angriff eingesetzt und abgeschossen worden sein soll. Der Angriff sei "gezielt, sorgfältig geplant und in Etappen ausgeführt worden", teilte das Ministerium mit.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte die Ukraine beschuldigt, die Residenz im Nordwesten Russlands in der Nacht zum Montag angegriffen zu haben. Die Ukraine wies dies als "Lüge" zurück. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Elizabeth Rushton
Ukrainische Soldaten rücken bei Kupjansk und Pokrowsk vor
Ukrainische Truppen sind im Norden der stark umkämpften Stadt Kupjansk in der Region Charkiw leicht vorgerückt. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem jüngsten Lagebericht unter Verweis auf geolokalisierte Aufnahmen. Damit wird offiziellen russischen Behauptungen widersprochen, die Stadt bereits komplett eingenommen zu haben.
Auch in der Region Donezk stießen ukrainische Kräfte nördlich der Stadt Pokrowsk vor. In derselben Region kam es in der Nacht zum 30. Dezember zu mehrfachen ukrainischen Drohnenangriffen auf Militärziele in den von Russland besetzten Gebieten.
Weitere Informationen zu den Entwicklungen an der Front finden Sie hier:
Petrina Engelke
Russland bombardiert Region Odessa
Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben die Region Odessa am Schwarzen Meer mit zahlreichen Drohnen angegriffen. Der regionale Militärverwalter Oleh Kiper schrieb auf Telegram, Ziel sei erneut die zivile Energie- und Stromversorgung.
Bei den Angriffen seien in der Hafenstadt Odessa sowohl Wohngebäude als auch Infrastruktur beschädigt worden, und es habe vier Verletzte gegeben, wie ukrainische Medien unter Berufung auf den Chef der Militärverwaltung der Stadt Odessa, Serhij Lyssak, berichteten. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Petrina Engelke
Russland meldet Drohnenangriffe in mehreren Landesteilen
Nach russischen Angaben soll die Ukraine Drohnen nach Moskau, in Teile von Westrussland und auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim geschickt haben. Dabei soll ein Mensch in der Nähe von Moskau verletzt worden sein. In der Hafenstadt Tuapse soll ein Drohnenangriff Infrastruktur und eine Gasleitung beschädigt haben, teilte die örtliche Verwaltung mit.
Nach 20 Uhr seien insgesamt 27 ukrainische Drohnen abgefangen worden, drei davon über Moskau, schrieb das russische Verteidigungsministerium auf Telegram. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Petrina Engelke
Bundeskanzler Merz spricht in Neujahrsansprache von Bedrohung durch Russland
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht Freiheit und Sicherheit durch den russischen Krieg in der Ukraine unmittelbar bedroht. Das sagte der CDU-Vorsitzende in seiner vorab verbreiteten Neujahrsansprache.
„Es ist kein weit entfernter Krieg, der uns nicht betrifft. Denn wir sehen immer deutlicher: Russlands Angriff war und ist Teil eines Plans, der sich gegen ganz Europa richtet. Täglich wird auch Deutschland von Sabotage, Spionage und Cyberangriffen überzogen.“
Bundeskanzler Friedrich Merz
Ihm sei bewusst, dass viele angesichts der unsicheren Welt in Sorge um den Frieden lebten, sagte Merz. "Ich sage Ihnen: Wir sorgen für unsere Sicherheit. Wir leben in einem sicheren Land." Damit das so bleibe, müsse die Abschreckungsfähigkeit verbessert werden.