Laut Selenskyj hat Russland zuletzt zahlreiche Drohnen und Raketen gegen ukrainische Zivilisten eingesetzt. Mehr als 1.000 Häuser in Kyjiw sind ohne Heizung. Das Liveblog
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Laut Selenskyj hat Russland zuletzt zahlreiche Drohnen und Raketen gegen ukrainische Zivilisten eingesetzt. Mehr als 1.000 Häuser in Kyjiw sind ohne Heizung. Das Liveblog
Aktualisiert am 12. Januar 2026, 2:44 Uhr
Eva Casper
Feuer nach Luftangriff auf Kyjiw
Russland hat laut dem ukrainischen Militär einen Luftangriff auf die Hauptstadt Kyjiw gestartet. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte der Chef der Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, auf Telegram mit. In einem Stadtteil sei ein Feuer ausgebrochen.
Iven Fenker
Großbritannien will Rakete für Ukraine entwickeln
Großbritannien plant nach eigenen Angaben für die Ukraine eine neue ballistische Rakete für Angriffe auf weit entfernte Ziele. Die britische Regierung schreibt dazu für das Projekt Nightfall einen Wettbewerb zur schnellen Entwicklung von bodengestützten Raketen aus. Diese sollen einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf mehr als 500 Kilometer weit tragen.
Annika Benzing
Ukrainekrieg dauert bald länger als gegen Hitlerdeutschland
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen genauso lange wie der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland. Auf diese Statistik verwies sowohl der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als auch die oppositionelle russische Website Meduza. Der sowjetische Diktator Josef Stalin hatte nach dem deutschen Überfall 1941 den Großen Vaterländischen Krieg ausgerufen.
Die Sowjetarmee habe 1.418 Tage gebraucht, um nach den ersten Rückschlägen gegen die Wehrmacht bis nach Berlin vorzustoßen und die Kapitulation Deutschlands zusammen mit den Alliierten zu erzwingen, errechnete Meduza. Dagegen stecke die russische Armee nach 1.418 Tagen Krieg in der Ukraine "seit Jahren in denselben Dörfern und Städten des Donbass fest", hieß es auf der Website.
Sven Crefeld
Die Angst vor der Kälte
Nach neuen russischen Angriffen auf die Infrastruktur der ukrainischen Hauptstadt sind Hunderte Haushalte ohne Strom und Heizung. Weitere könnten bald folgen, befürchten die Menschen in Kyjiw.
Meine Kollegin Olivia Kortas hat mit Menschen in der Stadt gesprochen: Was macht die Mutter eines zwei Monate alten Mädchens derzeit im frostigen Kyjiw durch? Ist die Flucht aufs Land eine Option für Viktoria und Divia? Mehr dazu lesen Sie hier:
Sven Crefeld
Ukraine meldet Angriff auf russische Bohrplattformen
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben drei Bohrplattformen des russischen Ölkonzerns Lukoil im Kaspischen Meer angegriffen. Die Anlagen W. Filanowski, Juri Kortschagin und Waleri Graifer seien getroffen worden, teilt das Militär mit. Es seien direkte Treffer registriert worden: "Das Ausmaß der Schäden wird derzeit ermittelt."
Jan Wendt
Mehr als 1.000 Wohnhäuser in Kyjiw weiter ohne Heizung
Nach russischen Angriffen in den vergangenen Tagen auf Kyjiw sind noch immer mehr als 1.000 Wohnhäuser in der ukrainischen Hauptstadt ohne Heizung. Das teilten lokale Behörden mit. Erst am Sonntag konnten die Behörden die Wasserversorgung – und auch teilweise die Strom- und Heizungsversorgung – wiederherstellen.
"Die Wiederherstellungsarbeiten dauern an. Die Energieversorgungslage in der Hauptstadt bleibt jedoch sehr schwierig", schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. Die schwierige Lage in Kyjiw werde anhalten. Wohl auch, weil der strenge Frost laut Wetterprognosen nicht nachlassen werde, schrieb Klitschko.
Jan Wendt
Selenskyj wirft Russland Terror gegen Zivilbevölkerung vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland gezielten Terror gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Die russischen Streitkräfte hätten innerhalb der vergangenen Woche rund 1.100 Drohnen, 890 gelenkte Fliegerbomben und 50 Raketen sowie Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt. "Auf Ziele, die keine militärische Bedeutung haben: Energieanlagen und Wohnhäuser", schrieb Selenskyj in den sozialen Medien.
Die russische Führung um Präsident Wladimir Putin habe das frostige Wetter abgewartet, um den einfachen Ukrainern das Leben so hart wie möglich zu machen. "Das ist bewusster, zynischer russischer Terror gegen die Menschen", schrieb Selenskyj.
Parvin Sadigh
Region Saporischschja nach Angriff stundenlang ohne Strom
Die Stromversorgung ist in der südostukrainischen Region Saporischschja gegen 2 Uhr nachts völlig zusammengebrochen. Der Stromausfall wurde von schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht verursacht.Nach Behördenangaben ist er nun weitgehend behoben. "Stand 7 Uhr ist die Stromversorgung in der Region Saporischschja – und das betrifft 382.500 Familien und Firmen – vollständig wiederhergestellt“, sagte der Direktor des örtlichen Energieversorgers Saporischschjaoblenergo, Andrij Stasewskyj, laut einem Telegram-Eintrag des Unternehmens. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat Russland in der Nacht 154 Kampfdrohnen gestartet. 125 seien abgefangen worden, es habe aber mehr als 20 Einschläge gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Christina Felschen
Ukrainische Truppen stoppen russischen Vormarsch auf Kostjantyniwka
Im Süden der Stadt Kostjantyniwka in der Region Donezk sind die russischen Angreifer von ukrainischen Kräften zurückgedrängt worden. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Geolokalisierte Aufnahmen zeigen Kämpfe in diesem Gebiet, das zuvor besetzt worden war. Russische Militärblogger schreiben demnach, dass die eigene Armee an vielen Stellen nördlich der Stadt vorgerückt sei, das ISW sieht dafür aber keine Belege. Allerdings konnte die Armee laut einem ukrainischen Militärsprecher ihre Angriffe auf die Stadt intensivieren, weil schlechtes Wetter den Einsatz ukrainischer Drohnen erschwert.
Erfahren Sie hier mehr über den aktuellen Frontverlauf:
Johanna Sethe
Russland meldet eine Tote und mehrere Verletzte nach ukrainischem Drohnenangriff
Bei dem Drohnenangriff in der Region Woronesch soll laut russischen Behörden eine Frau gestorben sein. "Zu unserem großen Bedauern ist in der Nacht eine junge Frau auf der Intensivstation gestorben, die Verletzungen durch auf ein Wohnhaus gefallene Drohnentrümmer erlitten hat", teilte Gouverneur Alexander Gussew auf Telegram mit. Eine weitere Frau liege noch im Krankenhaus, zwei weitere Verletzte seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden.
Der Angriff sei einer der schwersten Drohnenangriffe auf die Stadt seit Beginn des Krieges gewesen, schrieb Gussew weiter. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Simon Sales Prado
Russland meldet Verletzte nach ukrainischem Angriff
Nach russischen Angaben wurden vier Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Stadt Woronesch verletzt. Ein Gebäude des Rettungsdienstes, sieben Mehrfamilienhäuser und sechs Einfamilienhäuser seien beschädigt, teilte Gouverneur Alexander Gussew mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.
Sven Crefeld
UN-Sicherheitsrat berät über Angriff mit Mittelstreckenrakete
Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach ukrainischen Angaben in einer Dringlichkeitssitzung am Montag mit dem jüngsten russischen Großangriff befassen. Dabei sei auch eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt worden, teilt Außenminister Andrij Sybiha auf X mit. "Bei dem Treffen wird es um die eklatanten Verstöße Russlands gegen die UN-Charta gehen", schreibt er.
Clara Suchy
Hunderttausende im russischen Belgorod nach Behördenangaben ohne Strom
In der russischen Grenzregion Belgorod sind nach Angaben der Behörden rund 600.000 Menschen ohne Strom. Ursache sei ein ukrainischer Drohnenangriff, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Die Reparaturarbeiten seien im Gange, die Lage aber äußerst schwierig.
Aufnahmen von Reuters zeigen, dass in der Stadt Belgorod die Straßenbeleuchtung ausgefallen ist. Anwohner bewegten sich teils mit Taschenlampen oder nutzten das Licht ihrer Autoscheinwerfer. Die an die Ukraine grenzende Region ist regelmäßig Ziel ukrainischer Angriffe.
Sarah Kohler
Kyjiw muss komplette Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung abstellen
Nach Angaben des Stadtrats von Kyjiw hat die Stadt die Stromversorgung genauso wie die Wasser- und Wärmeversorgung vollständig abstellen müssen. Der Netzbetreiber hatte darum gebeten, nachdem der Strom in weiten Teilen der Stadt bereits ausgefallen war. Russland hatte zuvor die ukrainische Infrastruktur angegriffen und wichtige Teile zerstört. Auch der elektrifizierte öffentliche Nahverkehr musste eingestellt werden, wie der Stadtrat auf Telegram mitteilte.
Reparaturen seien im Gange, schrieb die Stadtverwaltung, es wurde aber nicht angegeben, wie lange die Systeme außer Betrieb bleiben würden. Die Hälfte der Wohnblocks in Kyjiw war am Freitag nach dem neuesten russischen Angriff ohne Stromversorgung. Die Temperaturen fielen unter minus 10 Grad Celsius.
Sarah Vojta
Drohne löst in Wolgograd Brand an Öldepot aus
In der russischen Region Wolgograd ist an einem Öldepot ein Feuer ausgebrochen. Das teilte der Gouverneur auf Telegram mit. Es wurde demnach von den Trümmern einer abgeschossenen Drohne ausgelöst. Wegen der Flammen seien Anwohner in Sicherheit gebracht worden, Verletzte gebe es keine.
Das russische Verteidigungsministerium meldete insgesamt den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen. Elf Fluggeräte seien noch über dem Schwarzen Meer, zehn weitere über der südrussischen Region Krasnodar abgefangen worden.