Krieg in der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj will Verteidigungsminister erneut auswechseln
In der Ukraine soll der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation das Amt des Verteidigungsministers übernehmen. Das Parlament muss dem zustimmen.
Denys Schmyhal war erst im Sommer zum Verteidigungsminister ernannt worden, nun soll Vizepremier Mychajlo Fedorow das Amt übernehmen. Das Parlament muss noch zustimmen.
2. Januar 2026, 22:08 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, lk

Wolodymyr Selenskyj hatte Denys Schmyhal erst im Sommer als Regierungschef entlassen und zum Verteidigungsminister ernannt. © Jakub Porzycki/NurPhoto/Getty Images
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Neubesetzung des Verteidigungsministeriums angekündigt. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, solle das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Das ukrainische Parlament muss der Personalie noch zustimmen.
Schmyhal war erst im Sommer anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Schmyhal solle eine andere, für die Stabilität des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe übernehmen, sagte Selenskyj. "Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu ändern", sagte der Präsident.
Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen im Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse, sagte Selenskyj. Und weiter: "Zusammen mit unserem gesamten Militär, der Militärführung, den nationalen Waffenherstellern und den Partnern der Ukraine müssen wir im Verteidigungsbereich solche Veränderungen umsetzen, die hilfreich sind."
Umfassende Neuaufstellung des Verteidigungsapparats
Die Personalie ist Teil einer von Selenskyj angestoßenen Neuaufstellung des Verteidigungs- und Sicherheitsapparats in der Ukraine. "Heute haben wir einen grundlegenden Neustart begonnen – interne Veränderungen, damit die Ukraine stabiler wird", sagte Selenskyj. Wegen Problemen in der Vergangenheit gebe es eine "Welle personeller Veränderungen". Weitere sollen demnach folgen.
Zuvor hatte Selenskyj den Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zu seinem neuen Stabschef gemacht, nachdem seine bisherige rechte Hand auf dem Posten, Andrij Jermak, im Zuge eines Korruptionsskandals zurückgetreten war. Budanows Nachfolge beim Militärgeheimdienst HUR übernahm der Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko. Der 56 Jahre alte Generalleutnant Iwaschtschenko solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung des russischen Militärpotenzials arbeiten, teilte Selenskyj mit.