Kubaner blicken gebannt auf Konflikt zwischen USA und Venezuela
Viele Kubaner blicken gebannt nach Venezuela, wo die USA die Regierung des autoritären Präsidenten Maduro massiv unter Druck setzen. Der Konflikt hat Auswirkungen auf den Inselstaat. Von Jenny Barke.

Konflikt mit den USA Zwischen Sorge und Hoffnung - Kubaner blicken nach Venezuela
Stand: 02.01.2026 18:34 Uhr
Viele Kubaner blicken gebannt nach Venezuela, wo die USA die Regierung des autoritären Präsidenten Maduro massiv unter Druck setzen. Der Konflikt hat Auswirkungen auf den Inselstaat.
Die USA greifen regelmäßig mutmaßliche Drogenboote in der südlichen Karibik und im Pazifik an. US-Präsident Trump droht Venezuela unverhohlen mit Krieg, will den autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro stürzen. Um ihn und das Regime zu destabilisieren, steigert Trump stetig den Druck, hat im Dezember den Luftraum über Venezuela für geschlossen erklärt und eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker verkündet, die Venezuela ansteuern oder verlassen.
Ein Bedrohungsszenario, das auch Folgen für andere Karibikstaaten hat. Ganz konkret Kuba: Denn das sozialistische Land ist existenziell auf Ölimporte aus Venezuela angewiesen. Schon jetzt prägen Stromausfälle, Treibstoffmangel und Wirtschaftskrise den Alltag. Viele Kubaner fürchten, dass eine weitere Eskalation sie direkt trifft.
Auch Kubas Gesundheitswesen auf Venezuela angewiesen
Jeden Dienstag schwingt Jose Antonio seine steife Hüfte beim Senioren-Aerobic für betagte Kubaner am Rande Havannas. Der 71-Jährige ist Diabetiker. Insulin bekommt er zum Glück noch, aber Medikamente für seinen Bluthochdruck, Augentropfen für seine beschädigte Netzhaut nicht - in einem Land des gravierenden Mangels Fehlanzeige. Das inzwischen prekäre Gesundheitswesen sei auf Hilfe aus Venezuela angewiesen, sagt Jose Tiene.
"Unsere Beziehung ist seit Beginn der Revolution gut. Das erste Land, was Fidel Castro damals besuchte, war Venezuela. Uns verbindet auch die Vision, dass eine bessere Welt möglich ist. Wir haben viele Verbindungen, Handelsbeziehungen, aber auch im Gesundheitswesen. Da wurden Zentren zum gegenseitigen Wohl eröffnet", sagt der Senior.
Jose lebt allein. Die Kinder sind im Exil. Wie so viele Kubaner haben sie wegen der wirtschaftlichen und politischen Krise die Karibikinsel verlassen. Laut dem in Spanien ansässigen Kubanischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte OCDH leben 89 Prozent der Kubaner unterhalb der Armutsgrenze mit nicht mehr als 1,90 Dollar täglich. Zu ihnen gehört auch Marta, eine Händlerin in Havanna. Ihr Leid habe auch mit Maduros Regime zu tun, findet sie.
