Marine Le Pen: Prozess gegen Le Pen entscheidet über ihre Präsidentschaftskandidatur
Marine Le Pen muss sich erneut vor Gericht verantworten. Das Urteil könnte die Kandidatenfrage für die Präsidentschaftswahl 2027 in Frankreich entscheiden.
Marine Le Pen muss sich erneut vor Gericht verantworten. Das Urteil könnte die Kandidatenfrage für die Präsidentschaftswahl 2027 in Frankreich entscheiden.
11. Januar 2026, 12:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, ps
Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/aa34dadb-de31-4f94-9032-59675e6518ec/full_54721cc7543e085f4818176c65bdd36a6430343664a7bc789f01972e301cb856e0c388b3e2748e1a2b77b8115ae51a9a.mp3

Wer wird französischer Präsidentschaftskandidat des Rassemblement National? Jordan Bardella (rechts) oder Marine Le Pen (links)? © Bertrand Guay/AFP/Getty Images
Für die Präsidentschaftswahl 2027 in Frankreich steht ein entscheidender Gerichtsprozess an: Die Fraktionschefin der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, muss sich ab Dienstag vor einem Berufungsgericht in Paris wegen des Vorwurfs der Veruntreuung von EU-Geldern verantworten. Das Urteil, das im Sommer erwartet wird, könnte darüber entscheiden, ob Le Pen erneut bei der Präsidentschaftswahl kandidieren darf oder die Kandidatur an den 30-jährigen RN-Parteichef Jordan Bardella abgibt.
Von den ursprünglich 24 Angeklagten sind zwölf in Berufung gegangen, darunter Le Pen selbst, ihr ehemaliger Lebensgefährte Louis Aliot sowie die Parteigrößen Wallerand de Saint-Just und Bruno Gollnisch. Auch Le Pens Sekretärin Catherine Griset, mittlerweile EU-Abgeordnete, ist unter den Berufungsklägern.
Die Staatsanwaltschaft wirft Le Pen vor, ein von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen etabliertes System ausgebaut zu haben, um Gehälter von Parlamentsassistenten zur Sanierung der Parteifinanzen zu nutzen. Zu den fraglichen Assistenten zählt etwa Thierry Légier, ehemaliger Leibwächter von Jean-Marie Le Pen und später Personenschützer von Marine Le Pen. Die Ermittlungen stützen sich auf ein Organigramm der Partei, das Assistenten von EU-Abgeordneten auf Posten aufführt, die mit ihren offiziellen Aufgaben nicht vereinbar waren.
Le Pen in erster Instanz verurteilt
Le Pen bestreitet die Vorwürfe und betont, die Assistenten hätten einen Pool gebildet und seien nicht einzelnen Abgeordneten zugeordnet gewesen. . Ein fünfjähriges Verbot, bei Wahlen anzutreten, trat sofort in Kraft. Die übrigen Strafen wurden durch die Berufung suspendiert.