Marktbericht: DAX gelingt weiterer Rekord
Der Schwung hat nachgelassen, dennoch gelang dem DAX ein neues Rekordhoch. Mittlerweile ist die 25.000-Punkte-Marke in Reichweite. Nach dem jüngsten Rekordlauf könnte aber eine Verschnaufpause anstehen.

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25.000er-Marke rückt näher DAX gelingt weiterer Rekord
Stand: 06.01.2026 18:12 Uhr
Der Schwung hat nachgelassen, dennoch gelang dem DAX ein neues Rekordhoch. Mittlerweile ist die 25.000-Punkte-Marke in Reichweite. Nach dem jüngsten Rekordlauf könnte aber eine Verschnaufpause anstehen.
Hatte der DAX noch kurz vor Weihnachten unter 24.000 Punkten notiert, sind nun bereits die 25.000 Punkte in Sicht. Doch trotz neuer Rekorde fehlte dem Leitindex heute die Kraft, die runde Marke anzugehen. Am frühen Nachmittag erreichte er einen neuen Höchststand von 24.969 Punkten, fiel dann aber wieder zurück und ging mit einem bescheidenen Plus von 0,1 Prozent bei 24.892 Punkten aus dem Handel.
Damit hält die Rally zu Jahresbeginn weiter an. Auch an der Wall Street überwiegen am Nachmittag nach dem gestrigen Rekordlauf die Pluszeichen.
"Der DAX beginnt das Jahr mit einer neuen Welle des Optimismus", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Als Grund führen Marktbeobachter die Aussicht auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft dank der Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung an.
Von der im Dezember gesunkenen Inflation in Deutschland gingen am Nachmittag keine größeren Impulse mehr aus.
Unsicherheitsfaktor Venezuela
Bereits am Montag hatte ein Kursschub für Rüstungsaktien infolge der militärischen Eskalation in Venezuela dem DAX einen Kursrekord beschert. Ob die geopolitische Lage auch weiterhin kursfördernd bleibt, ist allerdings fraglich.
Der US-Angriff auf Venezuela könnte China ermuntern, härter gegen Taiwan vorzugehen, warnte etwa Stratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets: "Für die Aktienmärkte ist das ein Unsicherheitsherd." Überhaupt könnte die unübersichtliche Lage nach zuletzt sechs Wochen mit Kursanstiegen den Anlegern jederzeit als Begründung dienen, ihre jüngsten Gewinne mitzunehmen.
Niedrigere Ölpreise als Konjunkturtreiber
Positiv bleibt aber die Aussicht, dass eine Öffnung Venezuelas niedrigere Ölpreise bringen könnte. Billigere Energie gilt als Treibstoff für die weltweite Konjunktur, was wiederum die globalen Aktienmärkte stützt.
Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt. Laut dem Londoner Energy Institute besitzt das Land mit 303 Milliarden Barrel rund 17 Prozent der weltweiten Reserven und liegt damit vor dem OPEC-Anführer Saudi-Arabien.
Positive Signale für Daimler Truck
Die Gewinnerliste des DAX wurde von Daimler Truck angeführt. Auslöser für den Kursgewinn von mehr als fünf Prozent waren aktuelle Marktdaten aus den USA. Die Bestellungen für schwere Lkw der sogenannten Klasse 8 stiegen nach Angaben des Analysehauses Jefferies im Dezember im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 42.700 Einheiten.
Analystenurteil schickt Adidas nach unten
Schwächster DAX-Titel war Adidas. Die Aktie litt unter einer Herabstufung und büßte über vier Prozent ein. In einer bemerkenswerten Kehrtwende senkte die Bank of America ihre Einstufung für den DAX-Titel um gleich zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform". Analyst Thierry Cota schrieb, der Aufschwung bei dem Sportartikelkonzern lasse allmählich nach und es warteten einige Hürden.
Bayer erhält für Krebsmittel wichtigen Status in USA und China
Bayer hat für sein Lungenkrebsmittel Sevabertinib einen wichtigen regulatorischen Erfolg in den USA und in China erzielt. Sowohl die US-Arzneimittelbehörde FDA als auch die chinesische Behörde CDE hätten dem Wirkstoff den Status einer "Breakthrough Therapy" zuerkannt, teilte der Pharma- und Agrarkonzern mit.
Nvidia will 2027 Robotaxis auf die Straße bringen
In den USA machte Chiphersteller Nvidia von sich Reden. Mit seiner KI-Expertise will der Konzern in das Geschäft mit selbstfahrenden Autos einsteigen. Im kommenden Jahr soll gemeinsam mit einem Partner ein Robotaxi-Dienst starten.
Nvidia-Chef Jensen Huang versprach auf der Technikmesse CES in Las Vegas Autos mit Künstlicher Intelligenz, die Verkehrssituationen wie ein Mensch am Steuer analysieren und Entscheidungen treffen. Zwischen 2028 und 2030 will Nvidia die Technologie auch in Privatfahrzeuge bringen.