Marktbericht: DAX in Rekordlaune
Ein gelungener Jahresauftakt am deutschen Aktienmarkt. Der DAX hat an allen fünf Handelstagen der Woche neue Allzeithochs markiert und die Marke von 25.000 Punkten geknackt. Geht es so weiter?

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Gelungener Jahresauftakt DAX in Rekordlaune
Stand: 09.01.2026 19:49 Uhr
Ein gelungener Jahresauftakt am deutschen Aktienmarkt. Der DAX hat an allen fünf Handelstagen der Woche neue Allzeithochs markiert und die Marke von 25.000 Punkten geknackt. Geht es so weiter?
Fünf Tage, fünf Rekorde: der deutsche Leitindex, der im letzten Quartal 2025 eine Rekordpause eingelegt hatte, stieg am Freitag in der Spitze um knapp ein halbes Prozent auf 25.281 Punkte und kletterte damit erneut so hoch wie nie. Zum Handelsschluss stehen 25.261 Zähler auf der DAX-Tafel im Frankfurter Börsensaal, ein Wochenplus von rund drei Prozent.
Am Mittwoch hatte der DAX erstmals die 25.000-Punkte-Marke übersprungen. Schon zu Beginn der Woche war er jeweils mit einem neuen Höchststand in den Handel gestartet.
Gründe für den DAX-Rekordlauf
"Der DAX steigt aus drei Gründen," schreibt Chefmarktstratege Jochen Stanzl von der Consors-Bank. Ein Grund sei die Erleichterung darüber, dass es wegen Venezuela nicht zu einem militärischen Konflikt gekommen sein. Ein weiterer sei die Aussicht auf mittelfristig sinkende Ölpreise und "die neue Lust der Anleger auf Aktien außerhalb der USA".
Auch die Einigung über das Mercosur-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den vier südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hat dem DAX deutlichen Auftrieb gegeben. Mit dem Abkommen soll eine der weltweit größten Freihandelszonen entstehen.
US-Arbeitsmarkt im Fokus
In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt Ende des vergangenen Jahres durchwachsen gezeigt. Während der Anstieg der Beschäftigung schwächer als erwartet ausfiel, ging die Arbeitslosenquote etwas zurück.
Die Daten dürften Wasser auf die Mühlen derer sein, die von der US-Notenbank mehr Tempo bei Zinssenkungen fordern. Zugleich bleiben die Blicke auf die Neubesetzung des Chefpostens der Federal Reserve (Fed) gerichtet, da die Amtszeit von Jerome Powell im Mai endet.
Erste Analysten mahnen zur Vorsicht
Erste Analysten mahnen mit Blick auf die steigenden Börsen-Kurse zur Vorsicht. Die Anleger sollten trotz der glänzenden Fassade an der Börse die Warnlampen nicht gänzlich ignorieren, mahnte Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades. Noch zeige der DAX zwar keine Anzeichen von Schwäche, die Devise vieler Investoren laute aber: "Zum Verkaufen noch zu früh, für einen massiven Neueinstieg vielleicht schon etwas spät."
Rohöl wird wieder teurer
Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela waren die Notierungen am Ölmarkt zunächst gefallen. Die Hoffnungen auf langfristig günstigere Ölpreise erweisen sich aber als verfrüht. Aktuell wird Öl wieder teurer. Die Preise für Brent und WTI legen um gut ein bzw. fast zwei Prozent zu auf 63,71 beziehungsweise 59,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Schon am Vortag hatte sich Öl um mehr als drei Prozent verteuert.
Geopolitische Risiken treiben die seit längerem schwächelnden Ölpreise wieder leicht an. Nach dem Angriff auf Venezuela richtete US-Präsident Donald Trump auch Drohungen in Richtung Iran. Im Dezember brach im Iran die größte Protestwelle seit drei Jahren aus. Hintergrund ist die kriselnde Wirtschaft, eine galoppierende Inflation und Einschränkungen der politischen und sozialen Freiheiten. Der Iran ist trotz aller Sanktionen ein wichtiger Ölproduzent für den Weltmarkt. Instabilität dort könnte aus Analystensicht die Ölproduktion im Mittleren Osten gefährden.
Gemischte Signale von Konjunkturseite
In der deutschen Industrie mehren sich die Anzeichen für ein Ende der jahrelangen Talfahrt. Im November stieg die Produktion von Industrie, Bau und Energieversorgern überraschend den dritten Monat in Folge - vor allem dank starker Zuwächse in der Autobranche. Ökonomen sehen deutliche Signale, dass die Wirtschaft im neuen Jahr wieder in Fahrt komme.
Einen empfindlichen Dämpfer gab es dagegen für die Exporteure, die im wichtigen Geschäft mit den USA starke Rückgänge hinnehmen mussten. Die Exportdaten enttäuschten viele Ökonomen. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, kommentiert, die positive Entwicklung der Produktion gleiche lediglich die Delle vom Sommer aus. Ein deutlicher Aufschwung zeichne sich noch nicht ab.