Marktbericht: DAX-Rekordlauf verliert an Schwung
Nach der Rekordrally ist dem DAX heute etwas die Puste ausgegangen. Starke Industrieaufträge hatten ihm zunächst zu einem neuen Höchststand verholfen. Anschließend nahmen Investoren aber Gewinne mit.

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Weiter über 25.000 Punkten DAX-Rekordlauf verliert an Schwung
Stand: 08.01.2026 18:19 Uhr
Nach der Rekordrally ist dem DAX heute etwas die Puste ausgegangen. Starke Industrieaufträge hatten ihm zunächst zu einem neuen Höchststand verholfen. Anschließend nahmen Investoren aber Gewinne mit.
Nach dem jüngsten Rekordlauf haben es die Anlegerinnen und Anleger am deutschen Aktienmarkt heute ruhiger angehen lassen. Der DAX erreichte im frühen Handel dank eines starken Auftragseingang in der Industrie mit 25.217,52 Punkten zwar mal wieder einen neuen Höchststand.
Im Tagesverlauf fiel der deutsche Leitindex jedoch zurück und rutschte zeitweise ins Minus. Letztlich schloss er kaum verändert bei 25.227 Punkten. Gestern hatte der DAX erstmals die Marke von 25.000 Punkten geknackt und war in der Spitze auf einen Rekord von 25.122 Zählern gestiegen.
Fachleute raten zur Vorsicht
Analysten zufolge stehen nun vor allem Gewinnmitnahmen einer Fortsetzung der Neujahrsrally im Weg. Erste Experten warnen bereits, dass ein Abrutschen unter die runde Marke von 25.000 Punkten die Stimmung belasten könnte.
Mit Blick auf die Rekorde zu Beginn des Jahres schreiben die Autoren von Börsenbrief Fuchs-Kapital: So gut gelaunt und geradlinig nach oben werde es im ersten Quartal nicht weitergehen. Auch wenn das Umfeld gut bleibe und die Börsen eine gute Perspektive für 2026 hätten, sollten Anlegerinnen und Anleger im ersten Quartal Vorsicht walten lassen.
US-Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss im Fokus
Die Hoffnung auf weiter sinkende Zinsen in den USA und rückläufige Ölpreise stützen derzeit noch den Aktienmarkt. Ob es in diesem Tempo aber weitergeht, hängt unter anderem von den am morgigen Freitag anstehenden monatlichen Arbeitsmarktdaten vom US-Arbeitsmarkt ab. Der US-Jobmarkt ist von großer Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve.
Die Währungshüter hatten den Leitzins im vergangenen Jahr in drei Schritten um insgesamt 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Die Fed stand dabei vor einem Balanceakt: Sie wollte die Inflation eindämmen, ohne den schwächelnden Arbeitsmarkt abzuwürgen. Zudem sah sich die Notenbank erheblichem Druck von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, der aggressivere Zinssenkungen forderte.
An den New Yorker Börsen liefen zum europäischen Börsenschluss der Leitindex Dow Jones Industrial und der technologielastige Nasdaq 100 in unterschiedliche Richtungen, mit Gewinnen für den Dow und Verlusten für den Nasdaq 100.
Rüstungsaktien im Höhenflug
Deutliche Kursgewinne konnte heute einmal mehr die Rüstungsbranche verzeichnen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Militärausgaben für 2027 um die Hälfte auf 1,5 Billionen Dollar zu erhöhen. Das sorgte mal wieder für einen Schwung bei den Aktien. Das Papier von Rheinmetall kletterte um 1,9 Prozent nach oben. Im MDAX rückten der Panzergetriebehersteller Renk um 2,9 sowie TKMS um 7,0 Prozent vor. Der U-Boot- und Kriegsschiffbauer steht Medienberichten zufolge vor dem Abschluss eines Großauftrags aus Indien.
FT-Bericht treibt Bayer weiter hoch
Zu den Gewinnern im DAX zählte die Bayer-Aktie mit einem Plus von 2,9 Prozent. In nur zwei Monaten hat das Papier mittlerweile um mehr als die Hälfte zugelegt. Ursache der erneuten Kursgewinne war ein Bericht in der Financial Times zur Agrarpolitik der Europäischen Union.
Der Zeitung zufolge glaubt Bayer an eine positive Veränderung des europäischen Saatgutmarktes, da sich die EU-Institutionen nach mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu lockern. Bayer sehe damit auch die problematische Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto als gerechtfertigt an, hieß es.
Allianz verkauft indische Beteiligungen für 2,1 Milliarden Euro
Auch die Allianz-Aktie schloss rund 0,5 Prozent höher. Der DAX-Konzern hat den Verkauf der ersten Tranche von indischen Beteiligungen abgeschlossen. Ein Anteil von 23 Prozent an zwei Sach- und Versicherungs-Gemeinschaftsunternehmen sei für 2,1 Milliarden Euro an die Bajaj Promotor Group gegangen, teilte das Unternehmen mit. Die Veräußerung der verbliebenen Beteiligung von 3 Prozent soll bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein.