Massenproteste: Trump prüft "starke Optionen" gegen den Iran
US-Präsident Trump hat den Iran mehrfach vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. Nun sagte er, das Militär prüfe "starke Optionen" für ein Eingreifen. Zuvor hat er aus Teheran nach eigenen Angaben ein Verhandlungsangebot erhalten.

Stand: 12.01.2026 05:42 Uhr
US-Präsident Trump hat den Iran mehrfach vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. Nun sagte er, das Militär prüfe "starke Optionen" für ein Eingreifen. Zuvor hat er aus Teheran nach eigenen Angaben ein Verhandlungsangebot erhalten.
Inmitten andauernder Proteste gegen das Regime im Iran erwägen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump "sehr starke Optionen" für ein Eingreifen. "Das Militär prüft das", sagte Trump am Sonntagabend.
Trump und sein Team für nationale Sicherheit zögen unter anderem Cyberangriffe und militärische Angriffe durch die USA oder Israel in Betracht, sagten zwei in die Beratungen im Weißen Haus eingeweihte Personen der Nachrichtenagentur AP.
Trump: Verhandlungsangebot aus Teheran
Am Samstag hätten "die Anführer des Iran" angerufen. "Sie wollen verhandeln", sagte Trump. Einzelheiten über den Inhalt der Gespräche und ob es dabei auch um Irans umstrittenes Atomprogramm gehen könnte, nannte er zunächst nicht, sagte aber, ein Treffen werde derzeit arrangiert. Zugleich betonte er: "Wir müssen womöglich vor einem Treffen handeln."
Der US-Präsident kündigte auch an, mit dem Unternehmer Elon Musk über die Wiederherstellung des Internets im Iran zu sprechen. Musks Firma SpaceX ist mit dem Dienst Starlink der weltweit bedeutendste Provider von Satelliteninternet. Das iranische Regime hatte in der vergangenen Woche eine Internetsperre verhängt.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Kalibaf hatte zuvor gedroht, dass das US-Militär und Israel legitime Ziele für den Iran sein könnten, falls die Vereinigten Staaten tatsächlich militärisch im Iran eingreifen sollten. Auch ein Präventivschlag sei nicht ausgeschlossen.
Zahl der Toten bei Protesten steigt
Am Sonntag gingen die Proteste im Land weiter. Laut Aktivisten haben sie sich auf 185 Städte ausgeweitet. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden zahlreiche Menschen getötet, die genaue Zahl ist unklar.
Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA berichtet von 483 getöteten Demonstranten. Insgesamt seien bisher 544 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder sowie 47 Sicherheitskräfte. Rund 10.700 Menschen seien festgenommen worden, hieß es weiter. Die Angaben der Organisation ließen sich unabhängig nicht überprüfen.
Der britische Sender BBC zitierte eine Quelle in Teheran mit den Worten: "Die Lage hier ist sehr, sehr schlimm". Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition geschossen. "Es ist wie in einem Kriegsgebiet, die Straßen sind voller Blut. Sie transportieren die Leichen in Lastwagen ab", hieß es. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.