Medizin: Welche klinischen Studien 2026 wichtig werden
Neue Antikörper gegen Herzkrankheiten, Immuntherapien gegen Krebs und große Untersuchungen zu Long Covid und HIV - gleich mehrere klinische Studien könnten im kommenden Jahr Aufsehen in der Medizin erregen. Von Pascal Kiss.

Stand: 04.01.2026 07:51 Uhr
Neue Antikörper gegen Herzkrankheiten, Immuntherapien gegen Krebs und große Untersuchungen zu Long Covid und HIV - gleich mehrere klinische Studien könnten im kommenden Jahr Aufsehen in der Medizin erregen.
Bevor neue Medikamente zugelassen werden, müssen deren Wirkstoffe in klinischen Studien auf Wirksamkeit, Sicherheit und Nutzen getestet werden. Die Fachzeitschrift Nature hat einige dieser Studien ausgewählt, die 2026 für die Medizin wichtig werden könnten.
Neue Immuntherapie gegen Brustkrebs
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und kann schon heute in den meisten Fällen gut behandelt werden. Wenn der Krebs jedoch gestreut hat, ist die Prognose häufig schlecht. Für diese Fälle wird gerade eine neue zellbasierte Immuntherapie für Brustkrebspatientinnen getestet, bei der Antikörper das Immunsystem der Betroffenen gezielt aktivieren.
Dabei wird das Immunsystem unter anderem mit Proteinen der Brustkrebszellen trainiert. Gleichzeitig werden Zellen des Immunsystem aktiviert. An der klinischen Studie nehmen weltweit 40 Behandlungszentren teil. Das Forschungsteam sucht auch nach Biomarkern, um vor der Therapie möglichst genau vorhersagen zu können, welche Betroffenen am meisten von der Therapie profitieren würden.
Bauchspeicheldrüsenkrebs effektiver bekämpfen
Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den aggressivsten Krebsarten. Die Prognose ist häufig schlecht und die Überlebensdauer nur kurz. Ein neues Krebsmedikament soll das ändern. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass die Krebszellen sich schlechter im Körper verbreiten können.
Der Wirkstoff zielt dabei auf Veränderungen im Erbgut der Krebszellen ab. Die für die Krebszellen wichtigen Stellen werden durch ein Protein blockiert. Man kann sich das wie eine Art Kleber vorstellen, der das Wachstum der Krebszellen stören soll.
Gegen aggressive Krebserkrankungen wie etwa Bauchspeicheldrüsenkrebs könnte bald auch eine mRNA-Therapie helfen.
Die bisher beobachteten Nebenwirkungen des Wirkstoffs waren geringer als bei den üblichen Chemotherapien. Weltweit nehmen etwa 500 Betroffene mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs an der Studie teil. Die Ergebnisse der Studie werden für das Jahr 2026 erwartet. Danach könnte das Medikament vergleichsweise schnell zugelassen werden.
