Merz nennt rechtliche Einordnung der US-Aktion in Venezuela "komplex"
Bundeskanzler Merz hat sich zurückhaltend zu dem US-Angriff auf Venezuela und dem Sturz von Staatschef Maduro geäußert. Andere Staaten werden deutlicher, etwa Frankreich oder Italien. Russland fordert die Freilassung Maduros.

Reaktionen auf Maduro-Sturz Merz nennt Einordnung der US-Aktion "komplex"
Stand: 03.01.2026 21:57 Uhr
Bundeskanzler Merz hat sich zurückhaltend zu dem US-Angriff auf Venezuela und dem Sturz von Staatschef Maduro geäußert. Andere Staaten werden deutlicher: Einige EU-Länder kritisieren die USA, Russland fordert die Freilassung Maduros.
Bundeskanzler Friedrich Merz warnt vor politischer Instabilität nach der US-Militäroperation in Venezuela. "Es gilt, einen geordneten Übergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung zu gewährleisten", erklärte er laut einer Mitteilung. Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei "komplex", dafür nehme sich die Bundesregierung Zeit.
Zum gestürzten venezolanischen Staatschef sagte Merz: "Nicolás Maduro hat sein Land ins Verderben geführt. Die letzte Wahl wurde gefälscht. Die Präsidentschaft haben wir - wie viele andere Staaten auf der Welt - daher nicht anerkannt. Maduro spielte in der Region, mit unseligen Allianzen weltweit und durch die Verstrickung Venezuelas in das Drogengeschäft eine problematische Rolle."
Das Auswärtige Amt weitete die Reisewarnung für Venezuela aus. Deutsche Staatsangehörige in Venezuela sollten sich in Sicherheit bringen.
Frankreich spricht von Verstoß gegen Völkerrecht
Andere Staaten der Europäischen Union wurden deutlicher in ihrer Bewertung: Die französische Regierung kritisierte den US-Einsatz als völkerrechtswidrig. Die Aktion, die zur Gefangennahme von Präsident Maduro geführt habe, verstoße gegen die Grundsätze des internationalen Rechts, teilte das Außenministerium in Paris mit. "Keine dauerhafte politische Lösung kann von außen aufgezwungen werden."
Präsident Emmanuel Macron plädierte für einen von Oppositionsführer Edmundo González Urrutia geführten Machtwechsel in Venezuela - dieser war 2024 für die Opposition gegen Maduro bei den Präsidentschaftswahlen angetreten. Der bevorstehende Übergang müsse friedlich und demokratisch sein, schrieb Macron auf der Online-Plattform X.
Italien kritisiert "externes militärisches Vorgehen"
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, ein "externes militärisches Vorgehen" sei nicht der richtige Weg, um "totalitäre Regime zu beenden". Gleichzeitig betonte Meloni, ihre Regierung halte ein "Eingreifen defensiver Natur" gegen hybride Angriffe auf die eigene Sicherheit für legitim - etwa, wenn staatliche Akteure den Drogenhandel in einem anderen Land fördern oder begünstigen. Meloni gilt als Trump-Sympathisantin.
Spanien rief zur Deeskalation auf und bot an, in dem Konflikt zu vermitteln. Es stehe "bereit, bei der Suche nach einer demokratischen, verhandelten und friedlichen Lösung für das Land zu helfen", erklärte das Außenministerium.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, er sei erfreut über das Ende der Herrschaft des "illegitimen Präsidenten" Maduro und wünsche sich einen reibungslosen Übergang zu einer Regierung, die den Willen der Venezolaner besser widerspiegele. Er wolle mit US-Präsident Donald Trump und Verbündeten sprechen. Starmer fügte hinzu, man müsse das Völkerrecht achten.