Mobilfunk und Internet: Netzbetreiber nach Stromausfall im Alarm-Modus
Nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin sind auch Mobilfunkstationen und andere Netzinfrastruktur ohne Strom. Was die Anbieter jetzt unternehmen.
Nach dem Brandanschlag auf eine Stromtrasse sind im Südwesten von Berlin neben zehntausenden Haushalten und Gewerbebetrieben auch zahlreiche Mobilfunkstandorte und die Festnetzinfrastruktur ohne Strom. Die Netzbetreiber arbeiten mit Hochdruck daran, zunächst die Mobilfunkversorgung wieder sicherzustellen, und haben bereits am Montag deutliche Fortschritte erzielt.
Die Netzbetreiber sind rechtlich verpflichtet, ihre Telekommunikationsdienste auch und gerade in Notlagen aufrechtzuerhalten. Das gilt in erster Linie für Anrufe und SMS. Deshalb können sie nicht einfach warten, bis der Strom wieder da ist.
Notfallprotokolle laufen an
Um auch in Notfällen wie einem Stromausfall die Gesprächsvermittlung sicherstellen zu können, haben einige der Antennenstandorte eine eigene Notstromversorgung mit einem Batteriepuffer. Doch sind auch diese Anlagen nicht dafür ausgestattet, lange Stromausfälle wie diesen zu überbrücken.
Die Netzbetreiber haben für solche Fälle eigene Notfallprotokolle, die nun angelaufen sind. Eine Maßnahme ist, Antennen in angrenzenden Gebieten, die noch mit Strom versorgt sind, in das Ausfallgebiet auszurichten. Parallel bringen sie die für die Grundversorgung wichtigen Antennen mit mobilen Generatoren wieder ans Netz.
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„Für solche Lagen hat o2 Telefónica ein umfassendes Sicherheits- und Vorsorgekonzept etabliert und hält im Rahmen dessen unter anderem Notstromaggregate vor, um Standorte bei Bedarf kurzfristig wieder mit Energie versorgen zu können“, erklärt ein Telefónica-Sprecher. Im O2-Netz sind 18 Antennenstandorte von dem Stromausfall betroffen.
Update 07.01.2026, 11:39 Uhr
Vodafone hat die Arbeiten zur vollständigen Wiederherstellung des Mobilfunknetzes im Berliner Südwesten am Dienstagabend abgeschlossen und ist wieder im Normalbetrieb. „Trotz des sehr langen Stromausfalls und widriger Wetterverhältnisse wurde die Mobilfunk-Grundversorgung jederzeit aufrechterhalten”, erklärte der Sprecher. „Die Stationen, die der Grundversorgung dienten, waren ununterbrochen in Betrieb.”
„Durch Inbetriebnahme von Strom-Generatoren und Neuausrichtung der angrenzenden Mobilfunkstationen bereits am Samstagmorgen konnte die Mobilfunk-Grundversorgung sichergestellt werden“, sagte ein Vodafone-Sprecher. Bei Vodafone sind 39 Standorte von dem Ausfall betroffen, von denen am Montag 29 wieder am Netz waren. „Nur drei Standorte können aus technischen Gründen nicht mit Notstrom versorgt werden.“
