Myanmar: Junta in Myanmar begnadigt über 6.000 Gefangene zum Unabhängigkeitstag
Zum Gedenken an Myanmars Unabhängigkeit hat die Militärjunta in Myanmar mehr als sechstausend Häftlinge entlassen. Unter den Begnadigten sind mehr als 50 Ausländer.
Zum Gedenken an Myanmars Unabhängigkeit hat die Militärjunta in Myanmar mehr als 6.000 Häftlinge entlassen. Unter den Begnadigten sind mehr als 50 Ausländer.
4. Januar 2026, 13:50 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, akm
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Released prisoners, in a bus, are welcomed by family members and colleagues after they left Insein Prison Sunday, Jan. 4, 2026, in Yangon, Myanmar. (AP Photo/Thein Zaw) © Thein Zaw/AP/dpa
Die Militärregierung in Myanmar hat angekündigt, mehr als 6.000 Inhaftierte zu begnadigen. Anlass ist der 78. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien. Solche Begnadigungen sind in Myanmar an wichtigen Feiertagen üblich. Unter den Begnadigten sind demnach auch 52 ausländische Staatsangehörige.
Am Morgen verließen viele Busse das bekannte Insein-Gefängnis in der Stadt Yangon. Vor dem Gefängnis warteten Familien und Angehörige auf die Freigelassenen.
Die Regierung teilte mit, dass die Freilassungen aus "Menschlichkeit und Mitgefühl" erfolgt seien. Einer der freigelassenen Männer sagte, er habe acht Monate im Gefängnis gesessen, weil er angeblich "herumgelungert" habe. Auch das bekannte Model Nang Mwe San kam frei. Sie war 2022 festgenommen worden, weil die Regierung ihre Fotos als zu freizügig und "schädlich für Kultur und Würde" bezeichnet hatte.
Die Militärregierung in Myanmar lässt derzeit in drei Phasen ein neues Parlament wählen. Nach dem ersten Wahltag am vergangenen Sonntag erklärte die juntanahe Partei USDP, mehr als 90 Prozent der Stimmen bekommen zu haben. Am 11. und 25. Januar wird in dem südostasiatischen Land erneut gewählt.
Experten sprechen von Scheinwahl
Juntachef Min Aung Hlaing hatte angekündigt, mit den Wahlen in dem Bürgerkriegsland zur Demokratie zurückkehren zu wollen und für nationale Aussöhnung zu sorgen. Experten stufen die USDP jedoch als zivilen Arm des Militärs ein, frühere Armeevertreter bekleiden zahlreiche hohe Posten in der Partei.
Beobachter kritisierten den Urnengang bereits im Vorfeld als "Scheinwahl". Die Opposition ist weitestgehend von der Wahl ausgeschlossen. In zahlreichen Gebieten, die von bewaffneten Rebellen kontrolliert werden, findet die Abstimmung zudem gar nicht statt.