Myanmar: Zweite Phase der umstrittenen Parlamentswahl abgeschlossen
Die Militärjunta in Myanmar hat die zweite Phase der Parlamentswahl abgehalten. Es sind die ersten Wahlen seit dem Staatsstreich 2021. Kritiker sagen, das Militär wolle damit nur seine Macht legitimieren.

Umstrittene Parlamentswahl Zweite Phase der Wahl in Myanmar abgeschlossen
Stand: 12.01.2026 03:13 Uhr
Die Militärjunta in Myanmar hat die zweite Phase der Parlamentswahl abgehalten. Es sind die ersten Wahlen seit dem Staatsstreich 2021. Kritiker sagen, das Militär wolle damit nur seine Macht legitimieren.
Im Bürgerkriegsland Myanmar hat die Militärführung am Sonntag die zweite Phase einer umstrittenen Parlamentswahl abgehalten, die von Beobachtern als weder frei noch fair kritisiert wird.
In 100 Gemeinden im ganzen Land waren Wähler an die Urnen gerufen, darunter auch in mehreren Regionen, in denen es immer wieder zu Gefechten zwischen dem Militär und Aufständischen kommt.
Die unabhängige Online-Seite Myanmar Now und andere Medien berichteten von Angriffen auf Wahllokale und Verwaltungsgebäude an vier Orten. Mindestens zwei Verwaltungsbeamte seien dabei getötet worden.
Regierung berichtet von hoher Beteiligung
Nach Angaben der Militärjunta gaben bereits in der ersten Wahlphase am 28. Dezember 52 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Myo Aung, Regierungschef in der Region Mandalay, sagte, dass dort am Sonntag mehr Menschen gewählt hätten als in der ersten Phase. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.
Bei der letzten Wahl 2020 hatte Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Wahl mit ihrer Nationalen Liga für Demokratie klar gewonnen, doch wenig später, im Februar 2021, putschte das Militär und setzte Suu Kyi ab, die in der Folge zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.
UN-Beobachter spricht von Scheinwahl
Nach dem Putsch griffen Rebellengruppen und Gegner des Militärs zu den Waffen. Die laufende Parlamentswahl ist die erste seit dem Staatsstreich. Wegen des Konflikts findet die Wahl in drei Phasen statt - die letzte folgt am 25. Januar - und in manchen Regionen wird gar nicht gewählt.
Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Wahl nur ihre Macht legitimieren zu wollen. Denn zugelassen sind unter anderem nur Parteien, die das Militär nicht kritisieren. Tom Andrews, Sonderberichterstatter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, sagte am Donnerstag, es handle sich um eine Scheinwahl, deren erste Phase schon weder fair, frei noch glaubhaft abgelaufen sei.