Nach Stromausfall: Beamtenbund sieht kritische Infrastruktur gefährdet
Der mehrtägige Stromausfall in Berlin habe gezeigt, dass die kritische Infrastruktur nicht ausreichend abgesichert ist, warnt der Deutsche Beamtenbund. Eine Lage wie in Berlin sei auch in anderen Städten möglich.

Nach Stromausfall in Berlin Beamtenbund warnt vor Blackout auch in anderen Städten
Stand: 10.01.2026 18:58 Uhr
Der mehrtägige Stromausfall in Berlin habe gezeigt, dass die kritische Infrastruktur nicht ausreichend abgesichert ist, warnt der Deutsche Beamtenbund. Eine Lage wie in Berlin sei auch in anderen Städten möglich.
Der Deutsche Beamtenbund hat vor Angriffen auf die Infrastruktur Deutschlands gewarnt. Der mehrtägige Stromausfall in Berlin habe gezeigt, dass die kritische Infrastruktur nicht ausreichend abgesichert ist, sagte der Vorsitzende des dbb, Volker Geyer der Rheinischen Post. Eine Lage wie in Berlin sei auch in anderen Städten möglich. Geyer hält einen Blackout im Ausmaß des mehrtägigen Berliner Stromausfalls jederzeit auch in anderen Städten für möglich.
"Berlin hat gezeigt, dass man nicht auf Krisen dieser Art vorbereitet ist. Das ist eine Katastrophe", so Geyer. Es gelte dringend, zu überprüfen, ob die Kontrollmechanismen und die gesetzlichen Vorgaben ausreichten, die für Betreiber kritischer Infrastruktur gelten.
Geyer: Privatisierung beschränkt Handlungsfähigkeit
"Der Staat darf sich nicht derart vorführen lassen", warnte Geyer. Die Bevölkerung erwarte gerade in Krisensituationen einen handlungsfähigen Staat. Dabei sei die Privatisierung von kritischer Infrastruktur ein Problem, so der dbb-Chef: "Nehmen Sie die Energieversorgung, das Telekommunikationsnetz, die Bahn."
Der Brandanschlag vermutlich von Linksextremisten auf Stromkabel hatte von Samstag bis Mittwoch zu einem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten geführt. Rund 50.000 Menschen waren mitten im Winter ohne Strom, Heizung, Internet und Mobilfunk.