Oksana Maksymchuk: Wie übersteht man den Krieg?
Die Dichterin Oksana Maksymchuk hat ein Tagebuch über die russische Invasion verfasst – und darüber, wie man ihr poetisch standhält. Wir haben sie um ein Gedicht gebeten.
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Die Dichterin Oksana Maksymchuk hat ein Tagebuch über die russische Invasion verfasst – und darüber, wie man ihr poetisch standhält. Wir haben sie um ein Gedicht gebeten.
Aus der ZEIT Nr. 01/2026 Aktualisiert am 1. Januar 2026, 16:46 Uhr

"Sehe ich etwas Schönes, will ich nur weinen" © Rafal Milach/Magnum Photos
Manche Gedichte brauchen keine Erklärung, weil sie direkt sind, weil sie uns treffen. So ist es auch mit den Texten der ukrainischen Dichterin Oksana Maksymchuk, 43, die im Februar 2022 von einer Auslandsreise nicht in die Ukraine zurückkehrte. Im vergangenen Sommer erschien ihr Gedichtband "Tagebuch einer Invasion" (Hanser), in dem sie vom Alltag des Krieges berichtet, der sie auch in der Ferne nicht loslässt – in New York, wo sie gerade als Writer in Residence lebt. Maksymchuks Lyrik kartografiert Verluste, ohne sich ihnen zu ergeben: Im Zersprengten sucht sie die Möglichkeit des Weiterdenkens, im Verstummen die Verantwortung des Sprechens. Auch das folgende, bisher unveröffentlichte Gedicht öffnet einen solchen Denk- und Möglichkeitsraum. Aber lesen Sie selbst.