Ostdeutschland: Die Mitte löst sich auf
Das Aus der Koalition in Brandenburg ist nur Teil eines größeren Phänomens, das auch den Rest des Landes angeht: Die alte politische Ordnung zerfällt im Osten zunehmend.
BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Ostdeutschland: Die Mitte löst sich auf
Das Aus der Koalition in Brandenburg ist nur Teil eines größeren Phänomens, das auch den Rest des Landes angeht: Die alte politische Ordnung zerfällt im Osten zunehmend.
8. Januar 2026, 8:30 Uhr

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke will jetzt mit der CDU weiterregieren. Doch das Chaos ist längst angerichtet. © Liesa Johannssen/Reuters
Warum in aller Herrgotts Namen soll man sich mit Landespolitik beschäftigen? Noch dazu mit der in Ostdeutschland? Und was bitteschön hat das einerseits schleichende, aber für viele dann sicher doch überraschend abrupte Ende der Regierungskoalition in Brandenburg mit dem gesamten Land zu tun? Nun ja, sehr viel. Beängstigend viel, muss man sogar sagen.
Die ostdeutschen Länderparlamente nämlich werden im gerade begonnenen Jahr 2026 die entscheidende Bühne für höchstwahrscheinlich gravierende Entwicklungen, wenn nicht gar Umwälzungen, sein. Und das insbesondere, aber nicht nur, weil in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im Spätsommer Landtagswahlen stattfinden – und die AfD dort, wie in allen anderen ostdeutschen Flächenländern auch, die Meinungsumfragen in einem erschreckend hohen Ausmaß anführt. Hier also wird sich konkret vollziehen, worauf momentan eigentlich alle Zeichen hindeuten: Die alte, uns bekannte und vielen lieb gewonnene politische Ordnung Deutschlands zerfällt im Osten des Landes immer stärker. Sie löst sich auf. Weil der Rückhalt für die traditionellen Parteien hier zunehmend schwächer wird. Und weil es neben der AfD nun auch mit dem BSW eine zweite Partei gibt, die als Anti-Establishment-Formation auftritt und das Bestehende grundlegend verändern will. Immer mehr hat man den Eindruck, dass sich die politische Realität im Osten längst in einer Art Übergangsstadium befindet, in dem die alten Gesetze nicht mehr gelten, die neuen jedoch noch nicht geschrieben sind.