Pressestimmen zu Venezuela: "Eine fatale Botschaft an die Welt"
Internationale Medien sehen im Vorgehen der USA in Venezuela einen Bruch des Völkerrechts. Die US-Regierung habe "das Grundprinzip der Nachkriegsordnung aufgegeben".
Internationale Medien sehen im Vorgehen der USA in Venezuela einen Bruch des Völkerrechts. Die US-Regierung habe "das Grundprinzip der Nachkriegsordnung aufgegeben".
Aktualisiert am 4. Januar 2026, 10:38 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, akm
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Die internationale Presse blickt besorgt auf den US-Schlag gegen Venezuela. © Jesus Vargas/Getty Images
Medien auf der ganzen Welt schauen zwiespältig auf die gewaltsame Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA. So sei sein Sturz zwar eine Befreiung für die Venezolaner und ein großer Erfolg für Trump, schreibt die Neue Zürcher Zeitung am Sonntag. Gleichzeitig sei der US-Angriff aber vor allem eins: eine fatale Botschaft an die Welt, dass internationales Recht nicht länger gelte, schreibt die Zeitung.
Auch die britische Sunday Times bewertet das Vorgehen der US-Regierung kritisch, betont jedoch Maduros Missstände: Er sei ein "Tyrann, ein korrupter Führer, der seine Bürger terrorisierte". Maduro habe sein Land in immer tiefere Armut gestürzt. Selbst diejenigen, die die Art und Weise seiner Absetzung kritisierten, könnten sich damit trösten, dass er endlich für seine Verbrechen vor Gericht gestellt werde, kommentiert die britische Zeitung.
"Ein klarer Bruch des Völkerrechts"
Deutlichere Worte fand die britische Zeitung The Observer. Es sei ein deutliches Signal der US-Regierung, dass sie das Grundprinzip der Nachkriegsordnung aufgegeben habe, nach dem unabhängige, souveräne Nationen gemäß dem Völkerrecht gleiche Rechte genießen, unabhängig von Größe oder Reichtum. "Das Team Trump hat stattdessen klargemacht, dass Macht gleich Recht ist." Die Zeitung fügt hinzu, dadurch würden die USA wahrscheinlich mehr gefürchtet, aber weniger respektiert.