Proteste im Iran: Iran schränkt Internet wegen regierungskritischer Proteste ein
Wegen der anhaltend schlechten Wirtschaftslage gehen im Iran wieder zahlreiche Menschen auf die Straße. Nun hat das Mullahregime offenbar das Internet eingeschränkt.
Wegen der anhaltend schlechten Wirtschaftslage gehen im Iran wieder zahlreiche Menschen auf die Straße. Nun hat das Mullahregime offenbar das Internet eingeschränkt.
4. Januar 2026, 8:59 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, lk
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Der Iran hatte das Internet während Massenprotesten wiederholt eingeschränkt, etwa 2009, 2019 und 2022. © Atta Kenare/AFP/Getty Images
Der Iran hat wegen einer neuen Welle regierungskritischer Proteste das Internet eingeschränkt. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Samstag zeitweise einen Einbruch des Web-Traffics um etwa ein Drittel. Am Morgen war das Volumen knapp 15 Prozent niedriger als üblich. In sozialen Medien berichteten viele Iranerinnen und Iraner von erheblichen Störungen.
Die Führung der Islamischen Republik verfolgt mit der Einschränkung des Internets mutmaßlich zwei Ziele: Demonstranten soll die Organisation von Protesten erschwert und die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen unterdrückt werden.
Bereits bei vergangenen Massenprotesten hatte der Iran das Internet eingeschränkt, etwa 2009, 2019 und 2022. Ebenso geschah dies während der Angriffe des israelischen Militärs im Juni vergangenen Jahres. Zeitweise schaltete die Regierung das Internet komplett ab, nur ausgewählte iranische Websites blieben zugänglich.
Offenbar mindestens vier Menschen bei Protesten getötet
Am Samstag waren nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens vier weitere Menschen bei Protesten getötet worden. Mitglieder der Revolutionsgarden hätten in Malekschahi im Westen des Landes auf Demonstranten geschossen und dabei mindestens vier kurdische Iraner getötet, berichtete die Menschenrechtsgruppe Hengaw. Zahlreiche weitere Menschen seien verletzt worden. Auch die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights meldete mindestens vier Tote und 30 Verletzte, die von Sicherheitskräften angegriffen worden seien.
Malekschahi ist ein Landkreis im Westen des Iran mit etwa 20.000 Einwohnern, in dem viele kurdische Iraner leben. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete, bei Zusammenstößen in Malekschahi sei ein Mitglied der Revolutionsgarden getötet worden. Die Nachrichtenagentur meldete zudem den Tod eines Mitglieds der paramilitärischen Basidsch-Miliz bei einer Demonstration "durch Messerstiche und Schüsse". Der Nachrichtenagentur Fars zufolge versuchten mehrere Menschen, in eine Polizeistation einzudringen, wobei zwei von ihnen getötet worden seien. dauern inzwischen seit gut einer Woche an. Eine Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten sie ausgelöst.