Proteste im Iran: Iran weiterhin ohne Internet, USA drohen islamistischem Regime
Die Internetsperre im Iran hält an, die Protestierenden sind von der Welt abgeschnitten. Die Armee schwört auf das Regime. Der US-Außenminister will die Proteste stützen.
Die Internetsperre im Iran hält an, die Protestierenden sind von der Welt abgeschnitten. Die Armee schwört auf das Regime. Der US-Außenminister will die Proteste stützen.
Aktualisiert am 10. Januar 2026, 13:14 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP, sko
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Der US-Außenminister Marco Rubio unterstützt die Proteste, der US-Präsident droht der iranischen Führung. © dpa/AP/Alex Brandon
Die wegen der regierungskritischen Proteste im Iran verhängte landesweite Internetsperre dauert nach Angaben von Beobachtern an. Die Organisation Netblocks teilte am Samstagmorgen mit, ihre Messungen zeigten, dass die Internetblockade 36 Stunden nach deren Beginn weiterhin in Kraft sei. Sie "begrenze stark die Möglichkeit der Iraner, herauszufinden, ob es ihren Freunden und Liebsten gut gehe", schreibt die Organisation.
Das iranische Regime hatte am Freitag das Internet abgeschaltet, um die Organisation weiterer Proteste zu erschweren. Die Regierung spielte die landesweiten Massenproteste nun herunter. In den meisten Städten des Landes habe Ruhe geherrscht, sagte ein Sprecher im Staatsfernsehen laut dem staatlichen iranischen Rundfunkverbund IribNews. Sie diskreditierte die Protestierenden zudem als "bewaffnete Terroristen".
In dem Verwaltungsbezirk Baharestan in der Nähe der Hauptstadt Teheran wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim 100 Menschen festgenommen. Das Regime bezeichnete sie als "bewaffnete Randalierer". Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.
Vorwurf einer US-Einmischung
Die iranische Armee gab am Morgen bekannt, die nationalen Interessen, die strategische Infrastruktur und das öffentliche Eigentum des Landes weiterhin schützen zu wollen. In einer Erklärung forderte sie die Bürger außerdem auf, wachsam zu sein, um die "Pläne des Feindes" zu vereiteln. Irans Führung wirft den USA vor, die Proteste anzuheizen.