Proteste im Iran: Menschenrechtler berichten von fast 200 Toten bei Protesten
Über zwei Wochen dauern die Proteste gegen die Führung im Iran nun an. Laut Menschenrechtlern stieg die Zahl der getöteten Demonstrierenden auf mindestens 192.
Über zwei Wochen dauern die Proteste gegen die Führung im Iran nun an. Laut Menschenrechtlern stieg die Zahl der getöteten Demonstrierenden auf mindestens 203.
Aktualisiert am 11. Januar 2026, 15:02 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, jse
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Nur wenige Aufnahmen von den Protesten im Iran dringen aufgrund der staatlichen Internetsperre ins Ausland. © UGC/Uncredited/dpa
Bei den Protesten gegen die autokratische Führung im Iran sind Menschenrechtlern zufolge mindestens 203 Menschen getötet worden. 162 davon seien Demonstranten und 41 Angehörige der Sicherheitskräfte, teilte die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency (HRANA) mit. Die tatsächliche Opferzahl sei möglicherweise aber noch deutlich höher. Die Organisation stützt sich bei ihrer Berichterstattung auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Iran.
Unabhängig lassen sich die Zahlen derzeit nicht überprüfen, bei früheren Protesten hat HRANA aber verlässliche und letztlich akkurate Zahlen geliefert. Die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR) hatte zuletzt von 192 getöteten Demonstrierenden berichtet.
Seit rund zwei Wochen kommt es im Iran zu landesweiten Protesten. Sie hatten sich in der Hauptstadt Teheran zunächst an der steigenden Inflation entzündet, dann aber rasch ausgeweitet und richten sich nun auch gegen die autokratische Führung des iranischen Regimes.
Überfüllte Krankenhäuser und Leichenhallen
Einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge sind die Krankenhäuser im Iran aufgrund des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Führung gegen die Demonstranten mit toten und verletzten Protestierenden überfüllt. Zwei medizinische Mitarbeiter berichteten demnach von Patienten mit Schusswunden sowohl von scharfer Munition als auch von Schrotkugeln. Ein Sanitäter sprach von direkten Schüssen auf Köpfe und Herzen der Protestierenden.