Rebellenorganisation: Farc-Anführer ruft kolumbianische Guerilla zur Einheit gegen Trump auf
Angesichts des "US-Interventionismus" sollen sich alle Guerilla-Organisationen vereinen, fordert die kolumbianische Farc. Ihr Chef ruft zum gemeinsamen Kampf auf.
Angesichts des "US-Interventionismus" sollen sich alle Guerilla-Organisationen vereinen, fordert die kolumbianische Farc. Ihr Chef ruft zum gemeinsamen Kampf auf.
Aktualisiert am 10. Januar 2026, 8:23 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, sko

Der ehemalige Farc-Kämpfer Ivan Mordisco hat zu einer Vereinigung der kolumbianischen Rebellen aufgerufen. © JOAQUIN SARMIENTO/AFP/Getty Images
Der Anführer des größten Zweigs der ehemaligen Guerillagruppe Farc, Nestor Gregorio Vera, hat zu einem Zusammenschluss von Rebellengruppen in Kolumbien aufgerufen. Der unter seinem Kampfnamen "Ivan Mordisco" bekannte Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, kurz: Farc) sagte in einer Videobotschaft, die Rebellen müssten gemeinsam gegen den Interventionismus der USA in der Region kämpfen.
"Der Schatten des interventionistischen Adlers hängt gleichermaßen über allen. Wir fordern Sie dringend auf, Differenzen beiseitezulegen", sagte Vera. Das Video zeigt ihn in Tarnkleidung und umgeben von zwei schwer bewaffneten Guerillakämpfern. Der Aufruf folgt auf den Angriff der USA in Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro.
Farc-Splittergruppen sollen sich wiederfinden
Die linksgerichtete Rebellenorganisation Farc hatte 2016 ein Friedensabkommen geschlossen und sich offiziell aufgelöst. Doch seitdem kämpfen paramilitärische Gruppen und Farc-Splittergruppen in Kolumbien gegeneinander, hauptsächlich um wirtschaftlichen Einfluss. Ihr Hauptgeschäft ist der illegale Drogenhandel und Goldabbau.
Vera rief einen Teil der Farc-Splittergruppen dazu auf, sich wieder zusammenzufinden. "Wir sind keine verstreuten Kräfte, wir sind Erben derselben Sache. Lasst uns durch Taten Einheit schaffen und einen großen Rebellenblock schmieden, der die Feinde des großen Vaterlandes zurückdrängen wird." Gerichtet ist das Video an die Nationale Befreiungsarmee, die Zweite Marquetalia und den Koordinierungsrat der Bolivarischen Guerilla-Armee. Nicht enthalten ist jedoch die zweitgrößte Dissidentengruppe der Farc, bekannt als Zentraler Generalstab, welche sich 2024 von Veras Gruppe abgespalten hatte. Gemeinsam hätten die Gruppen mehr als 11.000 Mitglieder.
Der kolumbianische Verteidigungsminister Pedro Sanchez sagte, Vera versuche mit seinem Aufruf, sich vor der Verfolgung durch die Streitkräfte zu schützen.