Republika Srpska: Präsidentenwahl in Republika Srpska wird teils wiederholt
Bei der Wahl des Präsidenten des serbischen Teils Bosnien-Herzegowinas gab es Unregelmäßigkeiten, nun sollen Zehntausende erneut wählen. Das könnte das Ergebnis ändern.
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Bei der Wahl des Präsidenten des serbischen Teils Bosnien-Herzegowinas gab es Unregelmäßigkeiten, nun sollen Zehntausende erneut wählen. Das könnte das Ergebnis ändern.
1. Januar 2026, 11:41 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, asl
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Der Kandidat Siniša Karan gibt im November in Banja Luka seine Stimme ab. © Milivoje Pavicic/dpa
Wegen Unregelmäßigkeiten muss die Präsidentenwahl im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska (RS), teilweise wiederholt werden. Am 8. Februar sollen mehr als 80.000 Bürgerinnen und Bürger, die rund sechs Prozent der Wahllokale der RS zugeordnet sind, erneut ihren Präsidenten wählen. Das entschied die Zentrale Wahlkommission in Sarajevo.
Bei der ursprünglichen Wahl im November hatte es Unregelmäßigkeiten gegeben. Siniša Karan, ein Vertrauter des bisherigen Präsidenten Milorad Dodik, hatte mit weniger als 10.000 Stimmen Vorsprung gewonnen. Er kam auf 50,4 Prozent, sein wichtigster Opponent Branko Blanuša auf 48,2 Prozent der Stimmen. Bei Neuauszählungen stellte die Wahlkommission in 60 Wahllokalen Abweichungen von den veröffentlichten Ergebnissen fest. An mehreren Orten besteht nach Angaben der Kommission zudem der Verdacht, dass Wähleridentitäten ohne gültige Ausweispapiere missbraucht und Unterschriften gefälscht wurden.
Die ursprüngliche Wahl wurde vorgezogen, weil Dodik nach einem Gerichtsurteil wegen separatistischer Aktivitäten abgesetzt worden war. Der 66-Jährige durfte nicht mehr kandidieren. Der neue Präsident wird für ein knappes Jahr im Amt sein, bis die Legislaturperiode 2026 endet. Danach wählt die Republika Srpska ihr Parlament sowie erneut ihren Präsidenten.