SPD-Start ins Wahljahr: Schwesig schwört SPD auf bisher härtesten Wahlkampf ein
10. Januar 2026, 17:26 Uhr Quelle: dpa Mecklenburg-Vorpommern

Die SPD-Landesvorsitzende Manuela Schwesig möchte nach der Landtagswahl im Herbst wieder als Ministerpräsidentin in die Staatskanzlei einziehen. (Archivbild) © Philip Dulian/dpa
Die SPD-Landesvorsitzende Manuela Schwesig hat ihre Partei zum Beginn des Landtagswahljahrs auf einen harten Wahlkampf eingeschworen und den Wahlkämpfern zugleich Mut zugesprochen. Bei einem Treffen mit den Direktkandidaten und deren Teams in Güstrow rief Schwesig den rund 120 Anwesenden zu: «Ich bitte euch, lasst euch nicht verunsichern, auch nicht von den Umfragen.»
Bei der bisher letzten veröffentlichten Wahlumfrage aus dem September lag die AfD mit 38 Prozent weit vorn. Die SPD folgte mit deutlichem Abstand mit 19 Prozent, die CDU lag bei 13 Prozent. Die Linke kam bei der Sonntagsfrage auf 12 Prozent, das BSW auf 7 und die Grünen auf 5 Prozent.
Schwesig erinnert an Aufholjagd 2021
Schwesig erinnerte an das Jahr 2021, als der jetzige Landtag gewählt wurde. Im Mai 2021, noch in der Corona-Pandemie mit schweren, auch unpopulären Entscheidungen, habe die SPD bei 23 Prozent gelegen, sagte die Ministerpräsidentin. Die wenigsten hätten damals geglaubt, dass die Sozialdemokraten bei der Wahl im Herbst 39 Prozent erreichen und stärkste Kraft werden würden.
«Doch wir sind uns treu geblieben, wir waren bei unseren Themen und wir haben vor allem gekämpft», rief die Parteichefin den Kandidaten und ihren Teams zu. «Und wir haben die Menschen am Ende überzeugt.» Sie sei sehr zuversichtlich, dass dies auch dieses Jahr gelingen könne – auch wenn sich die Lage noch einmal erschwert habe.
«Der härteste Wahlkampf»
«Es wird mit Sicherheit der härteste Wahlkampf, den wir erlebt haben», sagte Schwesig. Doch die SPD habe die Stärke des Zusammenhalts, sie könne Wahlkampf, sei programmatisch stark und im Land verwurzelt. Schwesig kündigte mit Blick auf den Hauptgegner AfD an, dass sich die SPD im bevorstehenden Wahlkampf öffnen wolle «für eine gemeinsame demokratische Bewegung aller Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, unabhängig davon, ob sie per se SPD wählen».
Sie hoffe auf eine gemeinsame demokratische Bewegung in den nächsten Monaten, die sich dafür einsetze, dass nach der Landtagswahl im Nordosten demokratische Verhältnisse herrschten. «Denn gerade wir hier in Mecklenburg-Vorpommern wissen ganz genau, wie weit man mit Diktaturen kommt und wie weit man in einer Demokratie kommt.» Komme die AfD an die Macht, würde das Land unfreier und unsozialer, sagte Schwesig. «Und dagegen kämpfen wir.»
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