Start der neuen Tarifrunde bei der Bahn - diesmal ohne Streiks?
In den Verhandlungen will die Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL vor allem mehr Geld erstreiten. Der neue Vorsitzende gibt sich optimistisch, dies auch ohne Streiks zu erreichen. Ein Angebot der Bahn gibt es noch nicht.

Verhandlungen mit GDL Bahn startet Tarifrunde - diesmal ohne Streiks?
Stand: 08.01.2026 10:38 Uhr
In den Verhandlungen will die Eisenbahn-Gewerkschaft GDL vor allem mehr Geld erstreiten. Der neue Vorsitzende gibt sich optimistisch, dies auch ohne Streiks zu erreichen. Ein Angebot der Bahn gibt es noch nicht.
Die nächste Tarifrunde bei der Deutschen Bahn beginnt heute - vorerst ohne Auswirkungen für Fahrgäste. Im Januar und Februar herrscht Friedenspflicht, während der die verhandelnde Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) keine Streiks ansetzen darf. Sie geht mit der Forderung von acht Prozent mehr Geld in die Verhandlungen.
Das Plus soll teilweise durch eine Entgelterhöhung erreicht werden, teilweise durch Umstrukturierungen im Tarifsystem. Konkret geht es dabei etwa um die Einführung einer neuen Tarifstufe. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Die Deutsche Bahn dagegen hat noch kein Angebot vorgelegt.
Neuer Vorsitzender geht mit Optimismus in Gespräche
Es ist die erste Tarifrunde nach der Ära des langjährigen GDL-Chefs Klaus Weselsky, der für seine harte Verhandlungsführung bekannt war. Sein Nachfolger Mario Reiß fährt eine andere Linie und will ein Ergebnis am Verhandlungstisch erzielen, ohne Streiks: "Wir gehen davon aus, dass wir der Bahn genug Zeit gegeben haben."
"Die Frage ist ja, ob die Bahn sich die Chance gönnt oder ob man Spiele treibt, und das werden wir wahrscheinlich Ende Februar wissen", sagt Reiß. Dann endet die Friedenspflicht, ab März wären Streiks theoretisch möglich.
Er gibt sich aber optimistisch, schon vorher zu einem Ergebnis zu kommen. "Deswegen rede ich momentan weder über Eskalation noch darüber, ob wir eventuell eine Urabstimmung planen."
Reiß: Ohne Einigung habe man "ein großes Problem"
Bei der vorigen Tarifrunde unter Weselsky hatte die Gewerkschaft bereits nach der zweiten Gesprächsrunde die Gespräche für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung unter den Mitgliedern über unbefristete Streiks eingeleitet.
Diese Möglichkeit stehe der Gewerkschaft immer offen, sagte Nachfolger Reiß. Diese müsse aber sehr verantwortungsvoll damit umgehen. Er betont jedoch: Sollte es bis Ende Februar keine Lösung geben, habe die Bahn und habe Deutschland ein großes Problem.
Bislang kein Angebot der Bahn
Ein Gegenangebot der Deutschen Bahn gibt es noch nicht. Damit ist auch für die heutige erste Gesprächsrunde nicht zu rechnen. "Die DB will konstruktiv verhandeln und in den vereinbarten zwei Monaten einen fairen und tragfähigen Abschluss am Tisch erreichen", teilte der Konzern lediglich mit. Die Arbeit der Beschäftigten, die unter schwierigsten Bedingungen täglich Außergewöhnliches leisteten, solle gewürdigt werden.