Strafprozess: Prozess um jahrelang eingesperrtes Mädchen geht weiter
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12. Januar 2026, 3:30 Uhr Quelle: dpa Nordrhein-Westfalen

Die Angeklagte soll ihre Tochter sieben Jahre lang im Haus der Großeltern völlig von der Außenwelt abgeschottet haben. (Archivbild) © Bernd Thissen/dpa
Der Prozess gegen eine Mutter, die ihre kleine Tochter fast deren ganzes Leben lang in einem Haus im Sauerland versteckt haben soll, wird heute (11.00 Uhr) am Landgericht Siegen fortgesetzt. Die 49-Jährige soll das Mädchen sieben Jahre lang im Haus der Großeltern in Attendorn in NRW völlig von der Außenwelt abgeschottet haben. Die damals Achtjährige wurde 2022 von der Polizei aus dem Einfamilienhaus der Großeltern befreit.
Was nun am zweiten Verhandlungstag passiert, ist völlig offen. Eigentlich sollten der getrennt lebende Vater des Mädchens und die Großmutter väterlicherseits als Zeugen befragt werden. Das wurde aber kurzfristig wegen der schwierigen Wetterlage abgesagt. Laut Anklage wollte die Mutter ihr Kind ganz für sich allein haben, jeglichen Kontakt der Tochter zu ihrem Vater verhindern. Sie soll daher im Sommer 2015 einen Umzug mit dem Kind nach Italien vorgetäuscht haben.
Die Großeltern mütterlicherseits sind wegen Beihilfe angeklagt. Der Großvater war aber überraschend nicht zum Prozessbeginn gekommen. Die Verhandlung wurde daher am vergangenen Mittwoch frühzeitig unterbrochen, die Anklageschrift konnte nicht verlesen werden. Ob der 83-Jährige heute erscheint oder womöglich ein Attest über eine Verhandlungsunfähigkeit vorgelegt wird, war bis zuletzt offen. Damit ist auch ungewiss, ob die Staatsanwaltschaft ihre Anklage diesmal vortragen kann.
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