Syrien: Waffenstillstand nach tagelangen Gefechten in Aleppo
In Aleppo gab es zuletzt die schwersten Kämpfe seit dem Assad-Sturz vor gut einem Jahr - nun haben die kurdischen Kräfte die Stadt verlassen. Berichten zufolge haben sie sich mit der Armee auf einen Waffenstillstand geeinigt. Von Nina Amin.

Stand: 11.01.2026 11:20 Uhr
In Aleppo gab es zuletzt die schwersten Kämpfe seit dem Assad-Sturz vor gut einem Jahr - nun haben die kurdischen Kräfte die Stadt verlassen. Berichten zufolge haben sie sich mit der Armee auf einen Waffenstillstand geeinigt.
Tagelang gab es Gefechte zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern in mehreren Stadtteilen von Aleppo. Berichten zufolge haben beide Seiten sich jetzt auf einen Waffenstillstand geeinigt.
Die staatliche Nachrichtenagentur Sanaa meldete, die letzten Kämpfer der kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten die umkämpften Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafeha verlassen. Sie seien mit Bussen in Richtung Nordosten des Landes in die kurdisch verwalteten Gebiete unterwegs.
Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira zitierte den SDF-Oberbefehlshaber: Durch internationale Vermittlung habe man sich auf einen Waffenstillstand einigen können sowie die sichere Evakuierung von Zivilisten und Kämpfern.
Fast 150.000 Menschen aus ihren Vierteln geflohen
Die Kämpfe in der zweitgrößten Stadt Syriens galten als die schwersten seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Baschar al-Assad. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Aleppo starben dabei 23 Menschen, es gab mehr als 100 Verletzte. Fast 150.000 Menschen flohen nach Angaben von lokalen Behörden vor den Gefechten aus ihren Vierteln. Ihre sichere Rückkehr werde jetzt vorbereitet, heißt es vom Gouverneur von Aleppo.
Als größte ethnische Minderheit fürchten die Kurden um ihre Rechte im neuen Syrien. Ihre Gebiete im Nordosten des Landes wollen sie nicht aufgeben. In Aleppo kontrollierten sie zuletzt die beiden kurdisch geprägten und verwalteten Stadtteile.
Die syrische Übergangsregierung akzeptiert das nicht. Sie fordert, dass die Truppen der SDF sich in die syrische Armee eingliedern.
