Syrische Regierung ruft Zivilisten zur Flucht aus Aleppo auf
Die gewaltsamen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten im Norden Syriens finden kein Ende. Die Behörden haben die Zivilbevölkerung aufgerufen, die umkämpften Viertel zu verlassen.

Kämpfe in Syrien Zivilisten sollen umkämpfte Teile Aleppos verlassen
Stand: 08.01.2026 16:09 Uhr
Die gewaltsamen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten im Norden Syriens finden kein Ende. Die Behörden haben die Zivilbevölkerung aufgerufen, die umkämpften Viertel zu verlassen.
Die Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Kräften und syrischen Regierungstruppen in Aleppo dauern den dritten Tag in Folge an. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den Gefechten bislang mindestens zwölf Menschen getötet und 60 verletzt.
Es handelt sich um die schwersten Kämpfe in Aleppo seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad Ende 2024.
Die syrischen Behörden haben die Zivilbevölkerung zum Verlassen der umkämpften Viertel aufgefordert. Die Provinzregierung gab den Bewohnern in Absprache mit der Armee bis Mittag Zeit, das Gebiet zu verlassen. Sie öffnete nach eigenen Angaben den zweiten Tag in Folge einen Korridor für die Evakuierung.
Geplante Eingliederung der Kurden bislang nicht umgesetzt
Die Kämpfe zwischen den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und Regierungstruppen und mit ihnen verbündeten Milizen hatten am Dienstag begonnen. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die Angriffe gestartet zu haben. Die SDF beschuldigten der Übergangsregierung der "Einschüchterung der Zivilbevölkerung" und sprachen von "Zwangsvertreibungen".
Eigentlich hatten sich die Kurden und die Regierung von Interimspräsident Ahmed al-Scharaa im März darauf geeinigt, die bisher von Kurden autonom verwalteten Institutionen im Norden und Nordosten des Landes in die staatliche Ordnung einzugliedern. Die SDF-Kämpfer sollten Teil der syrischen Armee werden. Doch die Verhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten. Eine Umsetzung ist bis heute nicht erfolgt.
Türkei bietet Syrien Unterstützung an
Als führende Kraft in der SDF gilt die Kurdenmiliz YPG. Sie wird von der türkischen Regierung als Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und damit als Terrororganisation eingestuft. Die Türkei hat der syrischen Armee angeboten, sie im Kampf gegen die kurdischen Kämpfer zu unterstützen. "Wenn Syrien uns um unsere Mithilfe bittet, wird die Türkei die nötige Unterstützung leisten", erklärte das syrische Verteidigungsministerium. "Die Sicherheit Syriens ist unsere Sicherheit", hieß es weiter.
Die Türkei hat eine mehr als 900 Kilometer lange Grenze zu Syrien. Dir türkische Armee führte zwischen 2016 und 2019 mehrere großangelegte Einsätze gegen kurdische Kämpfer in Syrien aus.