Tagelanger Blackout in Berlin: Was tun, wenn der Strom ausfällt?
Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag gab es den längsten Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte. Wie gut ist Deutschland für Krisenfälle gewappnet? Und wie sollten Bürgerinnen und Bürger vorbereitet sein?

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Stand: 08.01.2026 16:13 Uhr
Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag gab es den längsten Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte. Wie gut ist Deutschland für Krisenfälle gewappnet? Und wie sollten Bürgerinnen und Bürger vorbereitet sein?
Was ist in Berlin passiert?
Am Samstagmorgen wurde ein Stromausfall durch einen Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf ausgelöst, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. In mehreren Stadtteilen waren zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom und infolgedessen auch ohne Heizung, Internet und Mobilfunk. Berlin rief eine sogenannte Großschadenslage aus und bat die Bundeswehr um Amtshilfe.
Vom längsten Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte waren rund 100.000 Menschen betroffen. In den vergangenen Tagen wurde schrittweise ein Teil der Kunden wieder angeschlossen. Am Mittwoch gelang es dem Betreiber Stromnetz Berlin nach offiziellen Angaben schließlich, alle wieder mit Strom zu versorgen.
Wie ungewöhnlich ist so ein mutmaßlicher Anschlag?
Erst im September waren Zehntausende Haushalte im Südosten Berlins nach einem politisch motivierten Brandanschlag auf Strommasten teils tagelang ohne Strom. Auch die Bahn wird immer wieder Opfer: So traf es 2022 Bahnanlagen in Berlin und Herne in Nordrhein-Westfalen, die Rede war von Sabotage. Die Auswirkungen waren großflächig. Der Bahnverkehr in Norddeutschland fiel über Stunden aus. Auch Mobilfunkmasten trifft es gelegentlich.
Zu dem Brandanschlag in Berlin bekannten sich die linksextremistischen sogenannten Vulkangruppen. Seit 2011 verübte die Gruppierung nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Berlin und Brandenburg insgesamt 13 Anschläge auf Infrastruktureinrichtungen.
Woher wissen Täter, wo sie zuschlagen müssen?
"Sie finden sehr viel im Internet", sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey dem Deutschlandfunk. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beklagte, Strom- und Gasnetzbetreiber seien rechtlich verpflichtet, ihre Infrastruktur öffentlich "quasi auf dem Silbertablett" zu präsentieren. "Wir brauchen deshalb eine umfassende und praxistaugliche Neubewertung bestehender Transparenzpflichten", verlangte der Verband.
Wie kann sich die Bevölkerung auf Krisen vorbereiten?
Empfehlungen dafür gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Zu den Hinweisen gehören: